K+S und NABU legen bei Motzfeld eine Feuchtwiese als Ausgleichsfläche an

Lebensraum für die Bekassine

Als Ausgleichsmaßnahme von K+S ist bei Motzfeld eine Feuchtwiese entstanden. Bei einem Ortstermin wird das Projekt jetzt den Gemeindegremien vorgestellt. Foto: nh

Motzfeld. 1,4 Hektar Grünland zwischen Dreienberg und Landecker Berg im Biosphärenreservat Rhön sollen künftig Bodenbrütern sowie seltenen und geschützten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten. Das Gelände wurde in eine Feucht- und Nasswiese umgewandelt.

Möglich wurde das, weil das Kaliwerk Werra der K+S KALI GmbH zusammen mit dem Naturschutzbund (NABU) Dreienberg im Friedewalder Ortsteil Motzfeld eine Naturschutzmaßnahme umgesetzt hat. K+S hatte vor einiger Zeit innerhalb des Stromverbundes aus dem Jahr 1941 die Hochspannungsfreileitung zwischen den Standorten Wintershall und Hattorf erneuert. Das Unternehmen war verpflichtet, diesen Eingriff durch Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen zu kompensieren.

Quelle freigelegt

Für die Wiesenvernässung wurde eine Quelle freigelegt und die Verrohrung zurückgebaut, die das gefasste Wasser bisher unterirdisch in den Graben unterhalb des Grundstücks ableitete. Durch leichte Bodenmodellierung neu geschaffene Mulden fangen und halten das Quell- und Niederschlagswasser jetzt und vermindern die potentielle Hochwassersituation in den angrenzenden Gräben, Bächen und Flüssen. „Durch einen Fanggraben werden tiefer liegende nachfolgende Nachbargrundstücke vor Vernässung geschützt“, versicherte Planerin Sabine Müller-Peter vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Melsungen während eines Ortstermins. Die abgetragenen Oberböden werden im selben Gebiet zur Geländemodellierung verwendet.

Feucht- und Nasswiesen bieten zahlreichen seltenen und geschützten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum, etwa der Bekassine, dem Vogel des Jahres 2013.

Die Flächen zwischen Dreienberg und Landecker Berg sind ein überregional bedeutsames Rastgebiet für Zugvögel. So handelt es sich bei der Wiesenvernässung in Motzfeld um eine so genannte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme. „Wir haben mit der Maßnahme ökologischen Lebensraum geschaffen, ohne landwirtschaftliche Nutzfläche zu zerstören“, berichtet K+S-Betriebsingenieurin Sylvia Lindner. Denn landwirtschaftlich genutzt werden soll die Wiese weiterhin, in Zukunft jedoch extensiv. Das bedeutet, dass nicht zu früh gemäht wird, um Gelege von Wiesenbrütern nicht zu zerstören und das Abblühen bestimmter Pflanzen zu fördern. (red/jce)

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