Janina Brandau (21) ging im Rahmen des Erasmus-Programms nach Frankreich

Leben und Lernen in Lille

Imposantes Gebäude: Janina Brandau (21) aus Wüstfeld studiert derzeit an der Universität in Lille im Norden Frankreichs, zu dessen Gebäuden auch der „Palais Académique“ zählt. Fotos: Wagner

wüstfeld/lille. Gerade durchlebt Janina Brandau (21) wieder einmal die stressige Prüfungszeit, die am Ende eines jeden Semesters an der Universität nie auf sich warten lässt. Allerdings gibt es dieses Mal einen großen Unterschied. Die Prüfungen werden in französischer Sprache abgelegt und finden nicht an ihrer Heimatuniversität in Heidelberg statt, sondern an der Université Catholique de Lille in der gleichnamigen Stadt in Nordfrankreich. Hier lebt und lernt die Jura-Studentin aus Wüstfeld seit gut einem dreiviertel Jahr im Rahmen des europäischen Austauschprogramms Erasmus.

„Franzosen sind oft lockerer als Deutsche und sie nehmen nicht alles so ernst“, erzählt die 21-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. „Das kann manchmal auch problematisch sein, wenn es um wichtige Dinge geht.“ Das Leben in Frankreich gefällt Janina Brandau sehr gut und sie hat während ihrer Zeit viele neue Freunde gefunden. „Die Menschen sind zu Beginn etwas zurückhaltend, aber wenn man sie kennengelernt hat, sind sie sehr nett“, erläutert die Studentin weiter.

Studenten aus aller Welt

Einen Kurzausflug unternahm Brandau nach Wimereux, im Bild die Küstenpromenade.

An ihrer Gastuniversität studieren neben Franzosen und den europäischen Austauschteilnehmern auch junge Menschen aus den USA und Kanada. „Aber die Studenten aus Europa überwiegen“, meint Brandau. Auf ihren Aufenthalt im Ausland ist sie gemeinsam mit zwei weiteren Teilnehmern des Erasmus-Programms in jeweils einem Treffen an ihrer Heimatuniversität und in Lille gut vorbereitet worden. Anschließend absolvierte sie zudem einen Sprachkurs, um für die anspruchsvollen dreistündigen Vorlesungen im Ausland vorbereitet zu sein. Das Studium in Frankreich unterscheidet sich sehr von dem an deutschen Hochschulen. „Es wird weniger mit Lehrbüchern gearbeitet und selbstständiges Lernen wird weniger gefordert“, erklärt Janina Brandau. „Alles läuft eher ab wie in der Schule.“ Während ihrer aufregenden Zeit in Deutschlands Nachbarland konnte die 21-Jährige auch viel Reisen. So besuchte sie unter anderem die Hauptstadt Paris, aber auch in der englischen Metropole London oder in Amsterdam war sie während des Auslandssemesters. „Besonders hat mir eine Fahrt entlang der Steilküste an der Côte d’Opale gefallen, die ich vor Kurzem gemacht habe“, so Brandau. Langweilig wurde es der Studentin auch während der Vorlesungszeit nie, da ihre Schwester und Freunde aus der Heimat zu Besuch kamen.

Freude auf Zuhause

Auf die Rückkehr zu ihrer Familie, insbesondere zu ihrem einjährigen Neffen, freut sich Janina Brandau dennoch, auch wenn sie Lille und ihre Freunde in Frankreich vermissen wird. „Und meine Lieblingsbäckerei, die hier gleich um die Ecke ist“, erzählt sie weiter. „Die Baguettes sind hier nämlich viel besser als in Deutschland.“

Von Nicole Wagner

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