Laugenpipeline wächst zunächst bis Neuhof

+
Die 63 Kilometer lange Laugenleitung zwischen den K+S-Standorten in Philippsthal-Hattorf und Neuhof-Ellers wächst täglich ein Stück. Links ist eine spezielle Biegemaschine zu sehen, mit der die Polyethylen-Rohre gebogen und angepasst werden können.

SCHENKLENGSFELD. Die Arbeiten an der 50 Millionen Euro teuren und 63 Kilometer langen Laugenleitung der K+S Kali GmbH zwischen den Standorten Philippsthal-Hattorf und Neuhof-Ellers sind in vollem Gange. Zurzeit sind die Arbeiter in der Gemarkung Schenklengsfeld dabei, die jeweils 18 Meter langen Polyethylen-Rohre auf der 14 Meter breiten Trasse zu verlegen.

Diese Breite ist notwendig, damit die Maschinen im Einsatz genügend Bewegungsfreiheit haben. Mit im Einsatz ist auch eine spezielle Biegemaschine, mit der die Rohre verformt werden können. Schließlich verläuft die Laugenleitung später nicht kerzengerade zwischen den beiden Standorten.

Nach der Fertigstellung der Leitung im Sommer 2013 will der Düngemittelkonzern jährlich mindestens 700 000 Kubikmeter Lauge von Neuhof nach Philippsthal fließen lassen. Bisher wird die Flüssigkeit in Tanklastzügen über die Straßen kutschiert. Das wird von K+S so getan, weil es in Neuhof keinerlei Versenkmöglichkeiten mehr gibt. Dennoch wäscht der Regen immer wieder die sogenannte Flut aus der 200 Meter hohen und 1,2 Kilometer langen Halde. In Philippsthal wird neben der am eigenen Standort anfallenden Lauge die aus Neuhof in große Stapelbecken gefüllt.

Regelmäßig wird die Lauge in die Werra eingeleitet. Maximal 2,5 Gramm Chlorid pro Liter Werrawasser dürfen es sein. Das Unternehmen hatte beim Regierungspräsidium in Kassel zwar eine unbegrenzte Einleiteerlaubnis beantragt, doch die wurde nicht erteilt. Ende 2020 ist Schluss damit. Aus diesem Grund arbeitet K+S an seinen drei Werra-Standorten Hattorf, Wintershall und Unterbreizbach an verschiedenen technischen Neuerungen, um die Salzfracht erheblich senken zu können. Das wird jedoch nicht reichen. Aus diesem Grund werden auch die Pläne für eine Laugenleitung zur Oberweser oder weiter bis zur Nordsee forciert werden müssen.

Hintergrund: 5000 Einwände hat es gegeben

Gegen die Laugenleitung von K+S, die derzeit zwischen den Standorten Philippsthal und Neuhof errichtet wird, hatte es während der Genehmigungsphase 5000 Einwände gegeben. Erörtert wurden diese ab dem 28. November 2011. Ende Juni wurde dann die Pipeline für HaldenabwässervomRPKassel genehmigt. Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke sprach bei der Vorlage des 360-Seiten-Bescheides für K+SvoneinerEntscheidung zwischen Belangen der Umwelt und der Arbeitsplätze in der Region. Langfristig komme aber „nur der Bau einer Fernleitung“ infrage. Das Rohr aus Neuhof soll also nicht auf Dauer in der Werra enden, sondern in der Weser, besser noch an der Nordsee. (rey)

Kommentare