Heringen treibt Kanalbau voran, um Abwasserproblem in den Griff zu bekommen

Lauge belastet Kläranlage

Heringen. Die Heringer Kläranlage ist extrem gefährdet. Immer wieder werden dort hohe Salzkonzentrationen gemessen. Und dieses Salz greift den Beton und in erster Linie die Technik aus Metall an.

Bürgermeister Hans Ries geht davon aus, dass diese Lauge aus Hangbereichen oberhalb der Wölfershäuser Straße stammt. Aufgetreten sei dieses Problem erstmals, als im Jahre 2009 die Entwässerung der Wölfershäuser Straße in die Heringer Kläranlage geführt wurde. Bis dahin waren die Oberflächenabwässer in die Werra gelaufen und die dort lebenden Menschen hatten ihre Hausklärgruben, sodass die Kläranlage nicht belastet wurde.

Alles ausgesessen?

Bürgermeister Hans Ries erhebt nun schwere Vorwürfe: „Alle wussten seit den siebziger und achtziger Jahren darüber Bescheid. Meine Vorgänger und auch Aufsichtsbehörden. Und niemand hat sich an die Entwässerungs-Problematik herangewagt.“

Woher das Salzwasser nun genau herkomme, wisse er auch nicht, erklärt der Bürgermeister. In dem betroffenen Gebiet gebe es belastete Quellbereiche, Lauge führende Hausdrainagen und auch der Eintrag über den Salzberg Monte Kali sei nicht auszuschließen. „Um den Salzpegel abzusenken, betreibt K+S dort seit langer Zeit riesige Pumpen, sonst würden wir in der Lauge ersaufen“, teilt Ries mit.

Damit die Kläranlage aufgrund der immer wieder sporadisch auftretenden immensen Salzwassermengen nicht umkippt, will die Stadt nun schnellstens Handeln und den Straßen und Kanalbau „Am Heinerberg“, oberhalb der Wölfershäuser Straße so schnell wie möglich in Angriff nehmen. Dann würde das kontaminiere Wasser über einen Regenwasserkanal in die Werra geleitet. Diesen Teil der Arbeiten werde K+S übernehmen, teilte der Bürgermeister den Stadtverordneten während der Sitzung am Donnerstagabend mit.

Kosten von 1,13 Millionen

Über die genaue finanzielle Höhe der finanziellen Beteiligung des Unternehmens an diesem Projekt wurde Stillschweigen vereinbart. Insgesamt belaufen sich die Kosten für den Straßen und Kanalbau „Am Heinerberg“ auf 1,13 Millionen Euro. Um unverzüglich die Ausschreibung auf den Weg bringen zu können, genehmigte das Stadtparlament einstimmig das dafür benötigte Geld.

Von Mario Reymond

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