Schmidt weist Vorwürfe von Heringens Bürgermeister zurück

Landrat: Die Brücke ist ein Schwarzbau

Von Hans Ries unterschrieben: Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt verweist auf den Bauantrag, den die Stadt Heringen im April 2013 nachträglich für die Brücke gestellt hat. Darin sind die vom Bürgermeister nun kritisierten Baumaßnahmen ausdrücklich vorgesehen. Foto: Janz

Heringen/Bad Hersfeld. In der Auseinandersetzung zwischen der Stadt Heringen und dem Landkreis um den Bau der Herfabachbrücke in Wölfershausen hat sich jetzt Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt zu Wort gemeldet.

Lesen Sie auch:

- Brücke sorgt für Ärger

Die neue Brücke sei von der Stadt Heringen im Jahr 2012 rechtswidrig ohne Genehmigung gebaut worden und damit nichts anderes als ein Schwarzbau, verdeutlichte Schmidt im Gespräch mit unserer Zeitung. „Hätte die Stadt gleich nach den gesetzlichen Vorschriften gebaut, wären wohl keine Mehrkosten entstanden“, meinen der Landrat und der Leiter des Fachdienstes Ländlicher Raum, Michael Wamser.

Bei dem geforderten Einbau von Eichenbalken, Substrat und Gestein gehe es vor allem darum, den Bachquerschnitt zu verengen, damit in der Mitte eine Fließrinne entsteht. Das gewährleiste bei Trockenheit einen ausreichend hohen Wasserstand, während sich bei der aktuell ebenen Betonsohle zu wenig Wasser auf eine zu große Fläche verteile.

An Recht und Gesetz halten

Um die Brücke doch noch mit den gesetzlichen Bestimmungen in Einklang zu bringen, habe im Herbst 2012 ein Ortstermin stattgefunden. „Wir sind der Stadt entgegengekommen und haben sogar auf ein Bußgeld verzichtet“, so der Landrat. Die Werrastadt habe dann im April 2013 einen Antrag auf nachträgliche Genehmigung eingereicht. Dieses Papier habe alle nun vom Bürgermeister wieder in Frage gestellten Änderungen vorgesehen und sei von Ries persönlich unterschrieben.

Auch die von ihm ins Feld geführten Baukosten von 60 000 Euro kann Schmidt nicht nachvollziehen. Das von der Stadt Heringen beauftragte Planungsbüro habe selbst erwartete Kosten von 9000 Euro ausgewiesen. Dass der Bach für die Arbeiten aufwändig umgeleitet werden müsse, glauben Schmidt und seine Mitarbeiter nicht. „Die Arbeiten könnte die Stadt sogar selbst übernehmen“, so der Verwaltungschef.

Schmidt sieht wenig Sinn darin, den Sachverhalt in der von Ries einberufenen Bürgerversammlung am heutigen Donnerstag (19 Uhr im Gemeinschaftshaus Wölfershausen) zu erläutern. Dafür stehe zum einen urlaubs- und terminbedingt niemand zur Verfügung. Außerdem: „Wir verlangen von jedem Bürger, dass er sich an Recht und Gesetz hält. Das muss auch für eine Stadt und ihren Bürgermeister gelten.“ Aber Hans Ries pflege erfahrungsgemäß ein selektives Verhältnis zur Wahrheit und lasse dabei die Fakten außer acht, sagt Schmidt.

Schriftlich anordnen

Der Landkreis lässt der Stadt noch bis zum Jahresende Zeit. Nach dieser Frist wird der Brückenumbau schriftlich angeordnet. Wenn Ries dagegen Widerspruch einlegt, müsse sich das Verwaltungsgericht mit der kleinen Brücke befassen.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Kommentare