In Schenklengsfeld entsteht zurzeit eine zweite Zahnarztpraxis – Start im Sommer

Für das Land entschieden

Die Erdarbeiten sind in vollem Gange: Dr. Aick Hildebrand aus Nentershausen informiert sich auf der Baustelle in Schenklengsfeld über den Baufortschritt. Im Sommer soll dort, wo jetzt noch freie Sicht auf das Landeck Center möglich ist, seine Zahnarztpraxis stehen.

Schenklengsfeld. Der 40 Jahre alte Dr. Aick Hildebrand aus Nentershausen baut zurzeit an der Eisenacher Straße in Schenklengsfeld – direkt unterhalb der Kindertagesstätte Pusteblume – einen Bungalow. Doch Wohnraum schafft der Zahnarzt auf dem 1260 Quadratmeter großen Grundstück nicht. Vielmehr möchte er dort seine erste eigene Zahnarztpraxis einrichten.

Wenn der Bau problemlos vonstatten geht, will Hildebrand bereits im Sommer zu Bohrer und Spiegel greifen. Viele seiner Kollegen hätten ihn vor einer Praxis auf dem Lande gewarnt: „Du musst in die Großstadt, da steckt vielmehr Potenzial dahinter. Doch ich habe mich gezielt für das Land entschieden. Ich will nicht in die Stadt“, sagt Hildebrand.

Auf den Standort Schenklengsfeld ist er über eine Marktanalyse der kassenzahnärztlichen Vereinigung gekommen. „Die hatte für Nordhessen drei Regionen ausgewiesen, in denen es noch Bedarf an Zahnärzten gibt. Eine davon war Schenklengsfeld“, berichtet er.

Kein Konkurrenzdenken

In Konkurrenz zu seinem Kollegen, der schon seit Jahren in Schenklengsfeld praktiziert, möchte Hildebrand aber nicht treten. „Ich sehe einfach den Bedarf. In ganz Hohenroda gibt es keinen Zahnarzt. In Eiterfeld ist gerade eine Praxis aufgelöst worden und in Friedewald gibt es lediglich eine Zweitpraxis eines Zahnarztes. Ich glaube schon, dass ich mit Schenklengsfeld die richtige Wahl getroffen habe“, erklärt Dr. Aick Hildebrand.

Spezialist für Endodontie

Der Spezialist für Endodontie (Wurzelkanalbehandlung) und ehemalige Zeitsoldat der Bundeswehr (1991 bis 2011) hat zwischen 1995 und 2000 sein Studium der Zahnmedizin an der Freien Universität Berlin absolviert. Von 2004 an arbeitete er als Zahnarzt beim Panzergrenadierbataillon 52 in Rotenburg. Nach seinem offiziellen Ausscheiden aus der Bundeswehr im Rang eines Oberstabsarztes war er Vorbereitungsassistent, Vertragsarzt der Bundeswehr und angestellter Zahnarzt.

Im vergangenen Jahr reifte in ihm die Entscheidung zur Existenzgründung und damit zur Selbständigkeit.

Die bereits erwähnte Standortanalyse und der Finanzierungsplan führten Dr. Aick Hildebrand schließlich nach Schenklengsfeld. Dort wird er ab Sommer praktizieren. Zwei Behandlungsräume werden in der künftig behindertengerecht ausgestatteten Praxis vorhanden sein. Die Nutzfläche soll 147 Quadratmeter betragen. Unterstützt wird der Zahnarzt von zunächst einmal drei Helferinnen.

Seinen Wohnsitz in Nentershausen wird Dr. Aick Hildebrand vorerst beibehalten. „Die Anbindung über die Autobahn ist sehr gut. Ich bin in dreißig Minuten von zuhause in der Praxis“, erklärt der künftige neue Zahnarzt von Schenklengsfeld.

Von Mario Reymond

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