Schulelternbeirat kritisiert die neuen NVV-Fahrpläne, die ab dem 9. Dezember gelten

Länger warten, weit laufen

Auch nach dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember werden keine Schüler aus Mansbach an der Bushaltestelle Am Kreuzweg in Schenklengsfeld stehen. Sie werden mit dem Bus auch weiterhin direkt an der Gesamtschule abgeholt. Foto: Reymond

Schenklengsfeld. Die Änderung des Fahrplans im Nordhessischen Verkehrsverbund am 9. Dezember wirft seine Schatten voraus. An der Gesamtschule Schenklengsfeld läuft der Schulelternbeirat Sturm gegen Teile des neuen Fahrplans. Besonders betroffen durch die Neuerungen sind künftig die Kinder und Jugendlichen aus Mansbach und Kathus.

Nach der sechsten Stunde müssen die Mansbacher Kinder dann noch einmal 19 Minuten länger auf die Abfahrt ihres Busses warten als bisher. Zudem kommt er morgens 42 Minuten vor Schulbeginn in Schenklengsfeld an und ist am Mittag erst 42 Minuten nach Schulschluss wieder in Mansbach. Diese zusammengefasst etwa anderthalb Stunden sind den Mitgliedern des Schulelternbeirats eindeutig zuviel. „Doch ändern wird sich daran nichts mehr“, wie Gerhard Deiseroth, beim Landkreis für den Nahverkehr zuständig, mitteilt. „Wir müssen auch all die anderen Schulen im Blick haben. Auch die Mansbacher Jugendlichen, die in Bad Hersfeld eine Schule besuchen, wollen mittags den Bus bekommen. Damit dies gelingt, mussten wir die Abfahrtszeiten ein wenig weiter nach hinten verschieben“, führt Deiseroth weiter aus.

Den Mansbacher Pfarrer Harald Krüger freut dies nicht. Denn er befördert mit zwei Frauen, die ihn unterstützen, Kinder im Kirchenbus von der Haltestelle am Schloss weiter in abgelegene Randbereiche des Ortes und in die Glaam. „Das Verschieben des Fahrplans nach hinten bringt uns in Verdrückung. Das trifft besonders meine beiden Fahrerinnen, die ihren gewohnten Tagesablauf neu strukturieren müssen“, sagt Krüger.

Eine gute Nachricht

Eine gute Nachricht hat Deiseroth für die Mansbacher dann aber doch noch: „Die Kinder, die nach der achten Stunde in Schenklengsfeld frei haben, werden weiterhin vom Bus direkt an der Schule abgeholt“. Damit entfällt für sie ein mehrminütiger Fußweg zur Haltestelle am Kreuzweg. „Das macht für den Bus etwa zwei Minuten mehr aus, aber das nehmen wir in Kauf“, führt Deiseroth weiter aus.

Doch damit genug der positiven Dinge. Für die Schüler aus Kathus, die nach der achten Stunde von Schenklengsfeld im Bus die Heimfahrt antreten, gibt es nichts Angenehmes zu berichten. Für sie ist um 15.49 Uhr an der Lindenallee in Sorga Endstation. Ihr Anschlussbus ist da schon lange weg. Der fährt bereits um 15.39 Uhr in Sorga ab. „Das ist so alles auf den Schulschluss der Einrichtungen in Bad Hersfeld und auch auf den Cantus ausgerichtet. Wir müssen da auch auf die Zahl der Mitfahrer achten“, erklärt Deiseroth.

In Bad Hersfeld würden wesentlich mehr Kinder in Richtung Kathus zusteigen, als in Schenklengsfeld. „Sechs Kinder aus Kathus besuchen derzeit die Gesamtschule Schenklengsfeld. Und drei davon sind in der Abschlussklasse. Für so wenige Kinder können wir nicht einen Extrabus einrichten“, verdeutlicht der Fachmann vom Landkreis.

Von Mario Reymond

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