Siebenjährige Celin, die am Angelman-Syndrom leidet, war zur Therapie auf Curacao

Die Küsschen des Delfins

Freude: Die sieben Jahre alte Celin hat viel Spaß bei der Therapie mit den Delfinen. Foto: privat

Vacha. „Die große Reise auf die Karibikinsel Curacao wird ihr Leben verändern“, hatte Birgit Neugebauer Anfang des Jahres für ihre Enkelin Celin prognostiziert. Spenden hatten der Siebenjährigen, die am Angelman-Syndrom leidet, eine Delfin-Therapie ermöglicht (wir berichteten). Nun ist Celin zurück – und ihre Oma glücklich.

Sie habe keine Wunder erwartet, die seien auch nicht eingetreten. Aber in Südamerika habe die Familie einen Weg aufgezeigt bekommen, „wie wir Celin weiterbringen können“, sagt Birgit Neugebauer. „Es sind viele schöne Tipps, die uns mitgegeben wurden. Wir machen alles, was dort gemacht wurde, zu Hause weiter.“

Fünf Charaktere

Auf Curacao trainierte die Siebenjährige wie viele andere behinderte Kinder in einem abgetrennten Bereich des Meeres mit Delfinen. „Dort gibt es fünf Delfine, die haben fünf verschiedene Charaktere – und da wird geguckt, welcher Delfin passt zu welchem Kind. Celins hieß Kanoa.“ Der Delfin animiere die Kinder zu Übungen, mit ihm zu spielen.

„Celin hat Spaß gehabt im Wasser. Sie hat von Anfang an den Delfin angefasst, hat sich wohlgefühlt, hat sich Küsschen geben lassen, hat sich ziehen lassen“, erzählt die Oma. Dabei gewesen seien immer Ricarda – Physiotherapeutin und Trainerin im Wasser – und Delfintrainerinnen. „Ricarda hat schon Angelman-Kinder gehabt, das war ein Vorteil.“

Celin, die unter Gleichgewichtsstörungen leidet, habe bei ihren Übungen mit den Delfinen im Meer rhythmische Laufbewegungen gemacht – und genauso habe sie sich später im Hotelpool bewegt.

Celin sei täglich vom Morgen bis zum späten Nachmittag beschäftigt gewesen. Zu den Trainingseinheiten gehörten auch Gedächtnisübungen.

Sich Dinge merken konnte Celin schon immer sehr gut. Werde beispielsweise ihr Nuckel unter dem Kopfkissen versteckt, finde sie diesen Stunden später noch wieder. Auch im Gebäude der Paul-Geheeb-Schule in Bad Salzungen finde sie sich sehr gut zurecht. „Nur das Umsetzen vom Gesagten, das muss noch ganz stark trainiert werden mit ihr. Und das kommt, wenn wir die Konzentration weiter erhöhen“, meint Birgit Neugebauer.

Auch beim Essen wirke Celin jetzt viel entspannter. „Normalerweise ging es ihr nicht schnell genug, sie hat immer ins Essen reingegriffen, hat auch geschlungen.“ Celine sei nach ihrer Rückkehr von Curacao „vom Gesamtbild ruhiger geworden“, in der Schule und zu Hause. Mittlerweile könne man sogar ein Buch mit ihr anschauen. „Sonst hat sie sich das Buch geholt und weggeschmissen, jetzt guckt sie es sich an“, schildert die Oma. „Sie beschäftigt sich jetzt auch“, handele bedächtiger.

In Celins Schule, sagt Birgit Neugebauer, gehörten Dinge wie Rollbrettfahren, Trampolinspringen, rhythmisches Bewegen, die bei der Delfin-Therapie empfohlen worden seien, längst zum Alltag,: „Also sieht man, dass die Schule gut arbeitet. Dadurch hatte Celin schon eine gute Basis.“ (bf)

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