Kasseler K+S-Konzern will in den nächsten drei Jahren 500 Millionen Euro einsparen

Kündigungen kein Thema

K+S-Vorstandschef Norbert Steiner. Archivfoto: dpa

Kassel. Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S will in den kommenden drei Jahren 500 Millionen Euro insbesondere bei den Sachaufwendungen einsparen. Alle Bereiche müssen ihren Beitrag leisten. Allerdings schließt der Dax-Konzern Stellenstreichungen und betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Konkrete Angaben macht das Unternehmen derzeit nicht.

Auf die Frage, ob es betriebsbedingte Kündigungen geben werde, sagte Vorstandschef Norbert Steiner im Interview mit unserer Zeitung: „Es ist jetzt – ganz am Anfang unseres Programms ,Fit für die Zukunft´ – viel zu früh und wäre gegenüber unseren engagierten Mitarbeitern fahrlässig, darüber zu spekulieren“.

Beobachter erwarten derzeit allerdings keinen Stellenabbau in großem Stil. So könnten befristete Arbeitsverhältnisse nicht verlängert werden oder frei werdenden Stellen unbesetzt bleiben.

Grund für das Sparprogramm sind die stark gesunkenen Kalipreise. Binnen Jahresfrist gaben sie um gut 30 Prozent auf aktuell 250 Euro je Tonne nach. Das ist auch der Grund für den spürbaren Gewinnrückgang in den ersten neun Monaten. Unterm Strich verdiente K+S 367,7 Millionen Euro – ein Minus von 9,6 Prozent. Der Umsatz blieb mit knapp drei Milliarden Euro nahezu stabil. Dies ist vor allem einem sehr gut verlaufenen ersten Quartal geschuldet.

Für das Gesamtjahr erwartet Steiner einen Reingewinn von knapp 400 Millionen. Euro – etwa 38 Prozent weniger als 2012.

Rotstift im Werk Werra

Auch an den drei Standorten des Werks Werra der Kali GmbH wird künftig der Rotstift angesetzt werden. Davon ist Betriebsratsvorsitzender Harald Döll überzeugt. Zunächst gehe es beim Sparen nur um Sachkosten. „So muss künftig genauer darauf geachtet werden, ob gewisse Reparaturen beispielsweise von fremden Unternehmen ausgeführt werden müssen oder von eigenem Personal bewältigt werden können“, merkt Döll an.

Wenn es um Kosteneinsparungen gehe, werde sicher auch auf das Personal geschaut. Betriebsbedingte Kündigungen seien wegen bestehender Vereinbarungen aber nicht vor 2016 möglich, führt der Betriebsratsvorsitzende weiter aus. Ohnehin seien Entlassungen des eigenen Stamm-Personals nicht das Ziel.

„Genaue Vorgaben wie und wo gerade im Werk Werra Geld eingespart werden soll, sind uns noch nicht gemacht worden“, sagt Döll.

Für 2014 sei die Absatzsituation ordentlich. Lediglich die zu erzielenden Preise für Kali ließen zu wünschen übrig.

ZUM TAGE/WIRTSCHAFT

Von José Pinto und Mario Reymond

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