Kreistag spricht sich in Resolution für die beiden Salzwasserleitungen für K+S aus

Kritik an Boykott der Pipelines

Bereits im Bau: Die Salzabwasserleitung zwischen den K+S-Werken in Neuhof-Ellers und Philippsthal. Archivfoto: Hartmann

Hersfeld-Rotenburg. Der Kalikonzern K+S erhält Unterstützung aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Mit einer Resolution, der alle Fraktionen zugestimmt haben, fordert der Kreistag den Bau zweier Salz-Pipelines und kritisiert deren Gegner.

Die Leitungen zwischen den Werken in Neuhof und Philippsthal sowie zur Nordsee sollen es dem Düngemittelhersteller erlauben, seine salzhaltige Abwässer leichter zu entsorgen. Die Kritik des Kreistags richtet sich unter anderem gegen das Land Niedersachsen, das sich gegen die Nordsee-Pipeline sperrt.

Dass Kommunen im Werra-Meißner-Kreis erneut gegen die 63 Kilometer lange Pipeline von Neuhof-Ellers nach Philippsthal klagen wollen, die bereits gebaut wird, sei unfair gegenüber dem Runden Tisch zur Werraversalzung, sagte Philippsthals Bürgermeister Ralf Orth (SPD). Er forderte ein Ende der Klagen: „Wir brauchen eine breite gesellschaftliche Akzeptanz für den Bergbau.“

Nach Ansicht von Gunther Hoch (CDU) aus Heringen droht ein frühes Ende des Kalibergbaus an der Werra, sollte es keine Lösung für die Entsorgung des Salzabwassers geben. Die Argumente gegen die Pipeline seien „unehrlich und irrational.“

Grünen-Fraktionschef Jörg Althoff wollte den Düngemittelkonzern nicht ganz aus der Verantwortung entlassen: „K+S musste immer wieder gedrängt werden, die Planung weiterzuführen.“ Es gebe keine Alternative zur Nordsee-Pipeline. Auch die Leitung an die Oberweser sei ohne ausreichende Rückhalteflächen „vollkommen utopisch“.

Die Resolution richtet sich auch an das Regierungspräsidium Kassel, das in diesen Tagen entscheiden muss, unter welchen Bedingungen K+S sein Abwasser künftig in die Werra einleiten darf. Der erhöhte Grenzwert von 2500 Milligramm Chlorid pro Liter Werra-Wasser läuft aus. Der Kreistag fordert, dass eine Genehmigung mit niedrigerem Grenzwert erteilt wird.

Von Marcus Janz

Kommentare