Güterzüge blockieren neuen Heringer Bahnübergang – 200 Meter neues Gleis müssen her

Kraftwerksstraße dicht

Noch immer nicht eröffnet: Unser Archivfoto zeigt Mitarbeiter der Eiterfelder Baufirma Giebel beim Asphaltieren der Kraftwerksstraße in Heringen. Archivfoto: roda

Heringen. Die städtische Kraftwerksstraße in Heringen ist zwar seit Ende Mai 2014 fertig, aber für den Verkehr ist sie noch immer nicht freigegeben.

Die Verbindung vom Stadtteil Wölfershausen hinüber zum Müllheizkraftwerk, über die die Sattelzüge und Laster mit den für die Verbrennung bestimmten Abfällen eigentlich längst rollen sollen, ist wegen Schwierigkeiten mit dem Güterbahnverkehr noch immer dicht.

Schreiben der Bahn

Das geht aus einem uns vorliegenden Schreiben der Bahn hervor. Danach müsste das sogenannte Stumpfgleis um etwa 200 Meter verlängert werden, damit der Schrankenbereich – die Zufahrt für die Schwerlaster – nicht ständig durch Ganz-Züge blockiert wird, die DB Schenker für den Düngemittelhersteller K+S fährt. Die Kosten für den Zusatzbau würden laut Erläuterungsbericht zur Erweiterung des Eisenbahnkreuzgesetz-Vorhabens in Heringen weitere 200 000 Euro betragen. 150 000 Euro für den Gleisbau und 50 000 Euro für die Sicherungstechnik.

Die Rangiertechnologie im Bahnhof Heringen einfach komplett umzustellen, wurde von K+S demnach abgelehnt. Jede Veränderung würde zum Verlust von Ladekapazitäten bei K+S führen. Eine Mitfinanzierung der Gleisverlängerung werde seitens des Unternehmens zudem ausgeschlossen, heißt es in dem Schreiben.

Auch die Stadt Heringen sehe sich ihrerseits nicht in der Lage, die zusätzlichen Kosten zu stemmen. Nun werde seitens der Bahn darüber nachgedacht, wie die Summe für Gleisbau und Sicherungstechnik aufzubringen ist.

Die Zeit drängt, denn eigentlich wollte die Stadt Heringen die Kraftwerksstraße auch als potenzielle Umleitungsstrecke für den Kraftverkehr nutzen, wenn die Arbeiten zur Kanalsanierung an der Wölfershäuser Straße beginnen.

Doch bei derzeit bis zu 15-minütigen Sperrzeiten der Bahnschranke, die wegen der fehlenden Gleisstrecke pro Güterzug anfallen würden, wäre zudem ein innerstädtisches Verkehrschaos vorprogrammiert.

Von Mario Reymond

Kommentare