Millimeterarbeit im K+S Werk Hattorf in Philippsthal: Neue Fördermaschine schwebt durchs Dach ein

Ein Koloss hängt am Haken

Kommt eine Treibscheibe geflogen: Das Dach des Fördermaschinengebäudes war eigens geöffnet worden, um die 130 Tonnen schwere Scheibe an ihren Platz zu bugsieren. Alle Fotos: Manns

Philippsthal. Millimeterarbeit im Werk Werra von K+S: Unter den gebannten Blicken vieler Mitarbeiter wurde am Mittwoch eine neue Fördermaschine mit integriertem Motor in 20 Metern Höhe über das für diesen Zweck teilweise geöffnete Dach in das Fördermaschinengebäude Süd gehoben. Dazu waren zwei Spezialkräne nötig. 130 Tonnen wiegt der Koloss – so viel wie etwa 90 Autos.

Die sogenannte Treibscheibe ist eine Spezialanfertigung, die auf das Werk und die dortigen Gegebenheiten abgestimmt ist, und hat einen Durchmesser von sieben Metern. Sie ersetzt die alte Scheibe, die nach 60 Jahren im Dienst ausgetauscht werden musste.

Bewegung für die Seile

„Fördermaschinen bringen die Stahlseile an den Fördertürmen in Bewegung und sorgen somit dafür, dass die Körbe mit dem Salz aus der Grube gefördert werden“, erklärt Projektleiter Jürgen Keienburg. Die neue Scheibe ist hochmodern: „Die neue verfügt im Gegensatz zur alten Scheibe über einen integrierten Fördermotor und hat eine komplett neue Steuerung“, berichtet Projektingenieur Jens Hohmann.

Das ganze Projekt war minutiös geplant: Von der Abfahrt der Scheibe vom Ausgangspunkt in Haiger bis zum Zeitpunkt, als die neue Scheibe eingepasst war, hat es genau eine Woche gedauert. Die Verantwortlichen hatten extra die Betriebspause am Standort Hattorf dafür genutzt. Bereits 2006 wurde die Fördermaschine im Fördermaschinengebäude Nord gewechselt. Die beiden Scheiben sind fast baugleich.

Am Projekt beteiligte sich neben Siemens als Generalauftragnehmer auch die Firma Siemag Tecberg. Die Firmen Bracht und Hofmann waren zuständig für die Kranarbeiten. Für die Dachöffnung wurden die Firmen Hollstein und Metallbau Göring engagiert. Alle am Projekt Beteiligten zeigten viel Konzentration, passgenaue Absprachen und viel Manpower.

Mit dem Einsetzen der Fördermaschine ist das Projekt aber noch nicht am Ende: Die Verantwortlichen im Werk werden die nächste Woche für die Inbetriebnahme, Abnahme und Genehmigungen der neuen Fördermaschine nutzen.

Keienburg, Hohmann und Bauingenieur Malte Grimm sind stolz, bei dem Projekt „neue Fördermaschine“ im Terminplan zu liegen, und guter Hoffnung, dass alles weiterhin so prima funktioniert.

Von Gerhard Manns

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