Frühjahrsempfang der Stadt Heringen bei Malerbetrieb in Widdershausen

Bei Köhlers ging’s hoch her

Vom Stand des DRK-Ortsvereins Widdershausen aus konnten die jungen Besucher des Frühjahrsempfangs ihre Karten für den Luftballonweitflugwettbewerb in den Himmel schicken.

Widdershausen. Farbeimer und andere in Regalen gestapelte Malerutensilien bildeten die bunte Kulisse, als Hans-Jürgen Eichenauer von der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg in der Betriebsstätte der Widdershäuser Firma Köhler über das Handwerk im Wandel der Zeit referierte.

Der Treffpunkt für den Frühjahrsempfang der Stadt Heringen war mit Bedacht ausgewählt worden und Heringens Bürgermeister Hans Ries fand ihn klasse. Diese Veranstaltung unter dem Motto „Betrieb am Fluss“ finde bewusst in einer Werkhalle statt und nicht in einem Saal, damit sich „die Wirtschaftsmacht von nebenan“ wirklich hautnah präsentieren könne, erklärte er.

Handwerk in der Steinzeit

Bei seinem Blick weit in die Vergangenheit begann Eichenauer mit der Steinzeit und erwähnte, dass bereits „vor Zehntausenden von Jahren zum Beispiel Speerspitzen aus Feuerstein die ersten handwerklichen Erzeugnisse“ waren. Im Mittelalter, erzählte er weiter, halfen die Zünfte, das Band der Zusammengehörigkeit zu pflegen. Leid und Freude trugen sie gemeinsam. Sie kümmerten sich auch nach Todesfällen um Frauen und Kinder ihrer Mitglieder.

Neben diesem Ausflug in die Geschichte ging Eichenauer aber auch auf die aktuelle Lage und Bedeutung der Handwerkerschaft in Deutschland ein. „In rund einer Million der kleinen und mittleren Betriebe haben fast fünf Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz, die einen Umsatz von rund 500 Milliarden Euro erwirtschaften“, erklärte er. „Nahezu 500 000 Lehrlinge erhalten im Handwerk ihre Ausbildung. Über zwölf Prozent aller Erwerbstätigen und dreißig Prozent aller Auszubildenden sind im Handwerk tätig. Diese Zahlen belegen die Bedeutung des Handwerks als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor. Allein in unserem Landkreis werden in 1200 Handwerksbetrieben etwa 8000 Menschen beschäftigt, dazu kommen zurzeit 700 Lehrlinge, die im heimischen Handwerk ausgebildet werden.“

Nach dem Vortrag des Beisitzers der Kreishandwerkerschaft hatte der Posaunenchor seinen Auftritt. Die Blechbläser verlegten das Geschehen kurzerhand auf die Freifläche vor dem Firmengebäude. Hier bot sich auch jede Menge Unterhaltung für die Gäste. Von einem 70-Meter-Kran wurde eine Plattform nach oben gehoben, von der aus die Besucher einen umfassenden Blick auf das Geschehen hatten. Am Kran vorbei flogen die bunten Luftballons mit den daran angebundenen und von Kinderhand ausgefüllten Karten des DRK-Weitflugwettbewerbs.

Bootsfahrten und Hüpfburg

Für die kleinen Gäste gab es außerdem eine Hüpfburg, eine Rollenrutsche und die Möglichkeit, sich schminken zu lassen. Die „Tanzmäuse“ erfreuten mit ihrem Auftritt die Zuschauer, während die Mitglieder der Heringer DLRG-Ortsgruppe auf der Werra Bootsfahrten anboten. Interessierte Gäste konnten den Betrieb der Firma Köhler bei einem Rundgang kennenlernen. Und die Widdershäuser Vereine sorgten an ihren Ständen dafür, dass es den Gästen des Frühjahrsempfangs in kulinarischer Hinsicht an nichts Wesentlichem fehlte.

Von Thomas Klemm

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