Tarifverhandlungen für die Kali- und Steinsalzindustrie nach drei Runden ohne Ergebnis

Kleine Nadelstiche bei K + S

Bernd Stahl

Philippsthal. Die Tarifverhandlungen für die etwa 10 000 Beschäftigten der Kali- und Steinsalzindustrie sind derzeit in vollem Gange. Die Tarifkommission der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie fordert den Ausgleich der Steigerung der Lebenshaltungskosten sowie eine darüber hinausgehende Erhöhung der Löhne und Gehälter mit sozialer Komponente. So sollen über einen Sockelbetrag gerade die unteren Lohngruppen aufgewertet werden. Die Laufzeit des Tarifvertrags sollte laut IG BCE-Verhandlungsführer Bernd Stahl zwölf Monate nicht überschreiten. Außerdem wird eine Anhebung der Ausbildungsvergütung angestrebt.

„Dieses berechtigte Forderungspaket resultiert aus der guten wirtschaftlichen Lage der K+S Aktiengesellschaft und dem Ziel, zu realen Vergütungserhöhungen zu kommen. Es ist auch unser Ziel, weiterhin auf eine gute Ausbildung zu setzen, dazu gehört aber auch eine marktgerechte Ausbildungsvergütung, um gute Bewerber zu gewinnen“, erklärt Stahl.

Kein Abschluss in Sicht

Ein Abschluss ist nach bisher drei Verhandlungstagen jedoch nicht absehbar. Die Arbeitgeberseite biete bisher eine Lohnerhöhung von 2,8 Prozent ab Mai sowie eine Einmalzahlung von 300 Euro für den April. Ab Mai 2014 sollten dann die jeweiligen Lohn- und Gehaltsstufen um 30 Euro aufgewertet werden. Zudem böten die Arbeitgeber abermals eine weitere Einmalzahlung von 300 Euro an. Dieser vorgeschlagene Vertrag solle eine Laufzeit von 21 Monaten haben.

Noch nicht zufrieden

Mit diesem Angebot gibt sich auch K+S-Betriebsrat Harald Döll nicht zufrieden. Als Verhandlungsmitglied in der Tarifkommission setzt er weiter auf die eigenen Forderungen. „Wir sind noch nicht dort, wo wir hin wollen. Wir wollen die Mitarbeiter auch weiterhin am Unternehmenserfolg teilhaben lassen“, merkt Döll an.

In einer außerordentlichen Betriebsratssitzung soll heute die weitere Vorgehensweise in Sachen Tarifverhandlungen beraten werden. „Die Beschäftigten wären sicher dazu bereit, unsere Forderungen mit Nachdruck zu begleiten. Das könnte bis hin zu gewerkschaftlich unterstützten Aktionen führen, die dem Arbeitgeber nicht gefallen dürften“, stellt Harald Döll unmissverständlich fest. Für ihn handele es sich um realistische Forderungen, die das Unternehmen K+S keinesfalls schwächen würden. Bernd Stahl spricht seinerseits von kleinen Nadelstichen, die man bereit wäre zu setzen, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.

Die Erklärungsfrist für die Arbeitgeberseite läuft übrigens am kommenden Montag, 15. April, aus.

Von Mario Reymond

Kommentare