Krabbelgruppe: In Ransbach treffen sich mittwochs Mütter mit ihren Kindern

Kleine Auszeit vom Alltag

Miteinander spielen: Immer mittwochs treffen sich Leon, Melina, Lara, Lucian, Ben, Linus und Lotta (von links) mit ihren Müttern zur Krabbelgruppe im evangelischen Gemeindesaal in Ransbach. Foto: Neldner

Ransbach. Mittwochmorgen, halb zehn in Ransbach. Im evangelischen Gemeindesaal in der Ausbacher Straße treffen sich sieben, manchmal auch mehr Mütter aus Ausbach und Ransbach mit ihren Kindern im Alter von neun Monaten bis zum Kindergartenalter.

Die Mütter breiten Decken und Kissen aus, setzen ihre Kleinen kurz ab, um aus den Wickeltaschen Spielzeug, Flaschen und Kekse zu holen und hocken sich zu ihren Kindern auf den Boden.

Rituale sind wichtig

Rituale sind für die Kinder wichtig, und so beginnt jedes Treffen mit dem Begrüßungslied. Die Mädchen und Jungen lauschen aufmerksam, wird doch jedes Kind im Lied bei seinem Namen genannt.

Die Krabbelgruppe gibt es wieder seit dem 2. Mai. Daijana Freitag machte schon mit ihrer älteren Tochter so gute Erfahrungen, dass sie selbst die Initiative ergriff und mit Aushängen auf die Neugründung aufmerksam machte. Die Resonanz überraschte sie selbst.

Ein Bällebad, eine Wippe, Baumaterial und Spielzeug sind so interessant, dass die Kinder – von wenigen Nörgelmomenten abgesehen – beschäftigt sind. Dabei gucken sie sich so manches von den anderen Kindern ab. Die Mütter können sich in der Zwischenzeit über viele Dinge austauschen: welche Krankheiten gerade im Umlauf sind, wie es später einmal im Kindergarten sein wird, welchen Arzt man guten Gewissens empfehlen kann, was unbedingt in den Vorsorgekatalog bei den Untersuchungen aufgenommen werden sollte und welcher Papa sich aus ihrer Sicht mal wieder etwas tollpatschig angestellt hat.

Gefragt, wie sie selbst von der Krabbelgruppe profitieren, antworten sie, dass sie hier anderthalb Stunden entspannter mit ihrem Kind genießen können, als wenn sie diese Zeit alleine mit ihm daheim verbringen würden.

Ähnliche Probleme

Es beruhigt und entlastet Mütter, wenn sie hören, dass andere Mütter ähnliche Probleme haben und auch dort manchmal die Nerven blank liegen, weil mal wieder eine Nacht schlaflos verging. Die Krabbelgruppe, so sagen sie, bietet ihnen jede Woche eine kleine Auszeit. An manchen Tagen wirft auch der Hausherr, Pfarrer Martin Arndt, ganz kurz einen Blick in den Saal und grüßt alle.

Bei Geburtstagen tischt die Mutter des Geburtstagskindes belegte Brötchen, Sekt, Kaffee und Gebäck auf, und dabei wird – ein Auge immer auf die Kinder gerichtet – gelacht und philosophiert. Es entstehen Freundschaften unter den Eltern, die bis in die Schulzeit und darüber hinaus andauern.

Die Babys wiederum stellen fest, dass es außerhalb ihrer Familie noch andere Kinder gibt, die ebenso klein sind wie sie selbst. Sie lernen, dass man sich nicht einfach den Schnuller eines anderen Kindes greifen darf und viele andere Dinge mehr. So werden sie in der Krabbelgruppe sehr gut darauf vorbereitet, später im Kindergarten mit anderen Kindern zu spielen und Rücksicht aufeinander zu nehmen. Außerdem trainieren die Kleinen ihr Immunsystem durch den Kontakt mit fremden Kindern.

Ein Lied zum Abschluss

Zum Ende singen die Mütter noch ein Lied, und man verabschiedet sich bis zum nächsten Mittwoch. Die Mütter der Krabbelgruppe freuen sich über jede Mutter – und jeden Vater, der zu ihnen stoßen möchte. Wie gesagt: mittwochmorgens, halb zehn in Ransbach.

Von Gudrun Neldner

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