98 Mädchen und Jungen der Steiglederschule entführten in die Welt des Circus’

Kinder lieben die Manege

Belohnt: Zum Abschluss gab es im Circus Phantasia donnernden Applaus für die Darbietungen der Mädchen und Jungen. Fotos: Milbrandt

Friedewald. Bei dem, was die Grundschüler der Friedewalder Steiglederschule an Artistik und Jonglage, Zauberei und Clownerie dargeboten haben, stockte so manchem Circus-Besucher der Atem. Und auch Tränen der Rührung, der Freude und des Stolzes flossen. Schier Unvorstellbares hatten Kinder, Enkel, Neffen und Nichten in nur vier Trainingstagen unter der professionellen Anleitung der Artisten des Projekt-Circus’ Phantasia eingeübt und in gemeinschaftlicher Arbeit in ein zweistündiges Programm umgesetzt.

Gänsehautgefühl

Die Show beginnt und lautstark begrüßen 98 Akteure ihre Zuschauer im Circus Phantasia, ein erstes Gänsehautgefühl macht sich breit. Circus-Direktor Lars Wasserthal begleitet die kleine Luna im Zwiegespräch in die Welt der Phantasie. Eine Welt, die viele Erwachsene nicht mehr zu kennen scheinen. Das Licht erlischt, Sterne erscheinen am Zelthimmel. Dies ist nun der Zeitpunkt, sich gänzlich fallen zu lassen, sich in die Welt der Träume, nach Phantastasien, in die Welt der eigenen Sehnsüchte, Talente und Wünsche zu begeben.

Helle Engel und bunte Farbbänder erscheinen und schweben fluoreszierend um eine Weltkugel. Eine Stimme mahnt zum sorgsamen Umgang mit der Natur und zu friedvoll fördernder Gemeinschaft. Dann endlich ist es soweit für die Clowns und Artisten. Ringe, Tücher und Bälle fliegen durch die Luft und um die Akteure.

Zuschauer werden mit Kartentricks geschickt hinters Licht geführt, ein Kaninchen wird herbeigezaubert. Ein Teppich fliegt durch den Raum und eine Jungfrau wird zersägt, überlebt aber dennoch.

Die Musketiere bringen einen Abtrünnigen in einer mit zehn Schwertern durchbohrten Kiste zur Räson. Fakire machen Kopfstand auf Scherben, liegen auf dem Nagelbrett oder spucken riesige Feuerbälle. Kunststücke am Trapez werden einzeln oder zu zweit gewagt, auch Sprünge auf dem Drahtseil durch Ringe hindurch, Menschenpyramiden türmen sich auf.

Die scheinbare Ungeschicktheit der Clowns sorgt für viele Lacher. All dies ist so intensiv, dass es einem die Sprache verschlägt. Wie ist es nur in so kurzer Zeit möglich gewesen, so etwas auf die Beine zu stellen, und den Kindern so viel Genialität zu entlocken?

Als dann zum Schluss das letzte Mal der Refrain von „Er ist Clown im Zirkus“, dem Liebling des Zirkuszelts, gemeinsam von den Kindern gesungen wird, da bleibt so manch einem Zuschauer ein Kloß im Halse stecken. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, entfährt es einer Zuschauerin. Und die Scheinwerfer gehen aus.  angemerkt

Informationen im Internet: www.circusphantasia.de

Von Jörg Milbrandt

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