Ries informierte über Ortsdurchfahrt Lengers – CDU-Antrag für ihn nicht umsetzbar

„Keine echte Alternative“

Weisen große Schäden auf: Der Gehweg und der Bordstein der zu schmalen Lengerser Ortsdurchfahrt sind durch den Verkehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Foto: Spanel

Lengers. Ein wenig enttäuscht war Heringens Bürgermeister Hans Ries schon. Von den Heringer Stadtverordneten erschien am Dienstagabend einzig Peter Stötter (UL) zur Bürgerinformationsveranstaltung zum geplanten Neubau der Lengerser Ortsdurchfahrt im Dorfgemeinschaftshaus.

In Sachen Straßenbau liegen Ries und die CDU-Fraktion des Stadtparlaments meilenweit auseinander: Während Ries eine Verbreiterung der vielbefahrenen Landesstraße mit kompletter Erneuerung der Gehwege bevorzugt, könne man laut eines Antrags der CDU-Fraktion die Straße auch verbreitern, indem man auf beiden Straßenseiten jeweils ein Stück Gehweg wegnehme. So wolle man vermeiden, noch nicht als verbraucht geltende Gehweganlagen auf Stadtkosten sanieren lassen.

Ingenieure beraten intensiv

Entsprechend irritiert zeigte sich Ries vor den versammelten Lengerser Anwohnern: „Wie man diesen Vorschlag bei einer Verbreiterung und einer ohnehin zumeist restlos zerfahrenen Borde technisch umsetzten soll, bleibt mir ein Rätsel“. So müssten zukünftig allein entlang dieses Teilstücks 85 Kanalanschlüsse sowie 67 Wasserleitungsanschlüsse verlegt werden. „Übrig bleibt dann höchstens ein Flickenteppich“, sagt Ries. Zur kompletten Erneuerung der Borde und Gehwege gebe es nach intensiver Beratung durch verschiedene Ingenieurbüros aus seiner Sicht technisch und wirtschaftlich keine Alternative.

Zumindest eines bleibt politisch unstrittig: Die Ortsdurchfahrt von Lengers muss wegen schadhafter Kanäle und Wasserleitungen sowie wegen des schlechten Fahrbahnzustandes grundhaft erneuert werden. „Beim Lkw-Begegnungsverkehr ist laut Hessen-Mobil eine Straßenbreite von etwa 6,50 erforderlich“, erläuterte Diplom-Ingenieur Helmut Rother. Da die Ortsdurchfahrt zur Zeit nur etwa 5,50 Meter breit sei, fehle ein Meter. Bei der von Ries favorisierten Neubauvariante müssten die Gehwege der Straße angepasst werden. Die neuen Gehwege lägen dann etwa zwei Zentimeter tiefer als die bisher vorhandenen. Die daraus resultierende Angleichung der Häusereinfahrten erfordere laut Rother eine individuelle, sorgfältige Planung.

Auch die grauen und roten Pflastersteine, die bisher den Fußgänger- vom Radweg trennten, gehörten dann der Vergangenheit an. „Die Gehwege wären zu schmal, um die gewohnte Trennung aufrecht zu erhalten“, sagt Ries. Künftig werde es dann ein verändertes Leitsystem in einer einheitlichen Pflasterfarbe geben.

Zwei Blitzer für Lengers

Auch müssten die Anwohner der Ortsdurchfahrt keine Sorge haben, dass eine verbreiterte Straße auch vermehrt Raser anlocke. „Zwei Blitzer für Lengers liegen bereits parat“, erklärt der Bürgermeister.

Von Emily Spanel

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