Mehr zum Thema Windkraft: Naturschützer sehen Teilerfolg erreicht

Kein Lob für den Plan

Vogelzugkorridor: Etwa 100 000 Kraniche haben in diesem Herbst schon das Gebiet Sontra-Diemerode und die Franzosenstraße überquert, sagen Naturschützer. Unser Bild zeigt einen Schwarm über einer Windkraftanlage bei Heyerode. Foto: Hohmann/nh

Hersfeld-Rotenburg. Wenig begeistert ist Cornbergs Bürgermeister Achim Großkurth vom zweiten Entwurf des Teilregionalplans Energie, der jetzt vom Hauptausschuss in Kassel einstimmig befürwortet wurde. Logisch, denn demnach fällt mit HEF_001 ein komplettes Windfeld weg, das im Gemeindewald vorgesehen war.

Somit würden für die Schutzschirmkommune Pachteinnahmen wegfallen, die zur Konsolidierung des Haushalts eingeplant wurden. Großkurth kann keine plausiblen Gründe für die Streichung entdecken, da gerade dieses Windfeld als relativ unproblematisch angesehen wurde. Offiziell wurde das neue Kriterium Umzingelung angeführt. Bedenken gibt es auch wegen des Vogelzugkorridors, der das Gebiet tangiert.

Dass im weiteren Verlauf der „Franzosenstraße“, die bis nach Bebra reicht, auch noch weitere Windfelder wegfallen, sorgt allerdings bei Naturschützern für ein Zwischen-Aufatmen. Denn genau dieses Gebiet war als landesweiter „Hotspot“ des Rotmilans eingeordnet worden. „Diese gigantische Arbeit von Arno Werner und weiteren ehrenamtlichen Vogelbeobachtern hat gezeigt, dass Naturschutzfachliches auch bis Kassel durchgedrungen ist“, sagte Dieter Gothe vom Kreis-Vorstand des Naturschutzbundes.

Hauptvogelzugstrecke

Allerdings streben die Naturschützer weiterhin eine Null-Lösung für diesen Bereich des Nordkreises an, da er eine der Hauptvogelzuglinien in Deutschland betreffe. Schon in diesem Herbst seien etwa 100 000 Kraniche in diesem Bereich gezogen.

Die Bürgerinitiative „Rettet den Buchwald“ bei Wippershain muss sich nach dem zweiten Entwurf des Planes mit einer doppelt so großen Vorrangfläche auseinandersetzen. Für ihren Vorsitzenden Klaus Momberger ist das ein weiterer Ansporn, sich gegen die Pläne zu engagieren. Geplant ist eine große Informationsveranstaltung, die sich mit der Gesundheitsbelastung durch Infraschall befassen soll. Außerdem wolle die BI der überregionalen BI „Vernunftkraft Hessen“ beitreten. Dass die Windfelder Roteberg bei Friedewald bleiben sollen, entspricht nicht den Vorstellungen der Gemeinde, die Alternativvorschläge unterbreitet hatte, erklärte Bürgermeister Dirk Noll.

Das neu hinzu gekommene Windfeld HEF_23 nördlich der Hammundeseiche war eigentlich – etwas größer und entlang der Autobahn gelegen – als Tauschfläche für das Gebiet Rotenberg gedacht.

Zufrieden ist Noll, dass das Gebiet „Birkig“ gestrichen wurde. Ebenfalls gestrichen wurden 240 Hektar südöstlich von Heringen vom Windfeld HEF_27, 32 Hektar bleiben noch. Artikel Unen

Von Silke Schäfer-Marg

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