Montagsinterview mit dem neuen Bürgermeister von Friedewald Dirk Noll

Kein Groll auf Gröll

So wahr ihm Gott helfe: In einer feierlichen Zeremonie ist Dirk Noll am Freitagabend im Beisein vieler Bürger von der Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Birgit Licht, vereidigt worden. Fotos: Struthoff

Friedewald. Am Freitagabend ist Dirk Noll als neuer Bürgermeister von Friedewald vereidigt worden. Kai A. Struthoff sprach mit dem frisch gebackenen Rathauschef.

Glückwunsch Herr Bürgermeister, nun klappt es ja doch schon früher als gedacht mit ihrem Amtsantritt. Hat man Sie einfach so ziehen lassen?

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Dirk Noll: Einfach war es nicht. Aber der Oberbürgermeister und meine Erste Beigeordnete haben mir dann doch glücklicherweise grünes Licht gegeben. Ich freue mich, dass beide auch zu meiner Amtseinführung gekommen sind. Wir bringen noch in diesem Monat in Gotha den Haushalt ein, deshalb ist das jetzt für mich ein guter Zeitpunkt zum Wechseln.

Unterdessen hat sich auch hier einiges getan. Die Erddeponie wird nun doch verlegt. Waren Sie an den Verhandlungen beteiligt?

Noll: Ich habe an den Veranstaltungen der Interessengemeinschaft teilgenommen und habe auch mit der bauausführenden Firma DEGES gesprochen. Aber der Erfolg der Aktion gebührt schon dem Ersten Beigeordneten Klaus Kraft und den anderen Beteiligten, vor allem der Interessengemeinschaft. Die Gemeinde hat in dieser Lage gezeigt, dass sie zusammensteht.

Das verpennte Planfeststellungsverfahren zeigt ja auch, dass im Rathaus in den letzten Tagen von Bürgermeister Gröll einiges nicht mehr rund gelaufen ist. Platzen da womöglich jetzt noch mehr Bomben?

Noll: Ich hoffe nicht. In Sachen Grundstücksverkauf an die Firma Blumenauer/Weigand gab es schon einen Vergleich. Auch sonst werde ich bemüht sein, die noch strittigen Dinge einvernehmlich zu lösen.

Hatten Sie eigentlich mal Kontakt zu Martin Gröll?

Noll: Nein. Ich habe natürlich engen Kontakt zu Klaus Kraft gehalten. Es ist kaum ein Tag vergangen, an dem ich nicht in Friedewald war. Aber mit Herrn Gröll habe ich noch nicht gesprochen, doch ich werde ihn jetzt sicher mal anrufen, wenn es richtig losgeht. Ich hege gegen ihn keinen Groll.

Ein anderes Problem ist die Wasserversorgung. Haben Sie dafür schon einen Plan?

Noll: Noch nicht. Ich war allerdings etwas überrascht darüber, dass Heringen und Philippsthal schon vorgeprescht sind, denn Friedewald ist ja an dem Zweckverband auch beteiligt. Es war bekannt, dass ich mein Amt zum 1. Dezember antrete. Ich hätte mir daher schon gewünscht, dass ich an den Planungen beteiligt gewesen wäre. Aber das werde ich auch jetzt mit den Kollegen schon hinbekommen.

Wie hat man denn in Ihrer Heimatgemeinde auf Ihren Wahlerfolg reagiert?

Noll: Natürlich freuen sich die Menschen dort mit mir. Es kommen auch viele Mitbürger von dort zu meiner Amtseinführung. Ich war lange Zeit in Wildeck kommunalpolitisch aktiv und auch in den Vereinen engagiert. Wir haben uns natürlich auch überlegt, wie das jetzt dort weitergeht.

Viele Bürger hatten im Wahlkampf besorgt gefragt, ob Sie denn wirklich nach Friedewald ziehen werden. Haben Sie die Umzugskartons schon gepackt?

Noll: Nein, noch nicht. Aber ich stehe zu meinem Wort. Meine Frau schaut auch immer schon mal nach Immobilien. Zum Beispiel steht ja das Haus von Herrn Gröll zum Verkauf (lacht). Das kommt aber eher weniger in Frage. Im Moment geht meine Tochter noch zur Grundschule. Wir überstürzen nichts, aber nächstes Jahr im Sommer könnte es mit dem Umzug etwas werden.

Wechseln Sie dann eigentlich auch Ihr Fußballteam?

Noll: Ein Fußballteam wechselt man nicht einfach so, denn da ist ja immer auch viel Herzblut im Spiel. Aber ich habe mir auch in Friedewald schon einige Spiele angeschaut – und vielleicht gehe ich auch mal zum Alte-Herren-Training.

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