Das Senioren- und Pflegeheim Haus Kreuzberg in Philippsthal bekommt einen neuen Therapiegarten

Jugendliche im Einsatz für Alte

Aus sieben Ländern: Die Teilnehmer an dem Workcamp in Philippsthal kommen aus sieben Ländern – Taiwan, China, Russland, Kirgisistan, Tschechien, Spanien und Deutschland. Foto: Reymond

Philippsthal. Elf junge Menschen aus Europa und Asien sowie eine junggebliebene Katalanin haben ihre Zelte auf dem Gelände des Altenpflegeheims Haus Kreuzberg in Philippsthal aufgeschlagen. Sie absolvieren noch bis Ende kommender Woche ein Workcamp in Philippsthal. Den Weg an die Werra haben sie allesamt über den Service Civil International (SCI) gefunden.

Ihre Aufgabe in den kommenden Tagen ist es, einen Therapiegarten für die Bewohner des Seniorenheimes zu gestalten – in Anlehnung an Hans Kükelhaus. Angeleitet und unterstützt werden sie dabei von Hausmeister Harald Güth.

Elemente zum Fühlen

Geplant sind zwei größere Holzelemente zum Fühlen. In diese Stellwand werden beispielsweise Steine und Stoffe integriert. Eine zweite Wand soll mit Klangelementen versehen werden. Und direkt am Haus müssen die alten Waschbetonplatten einem Barfußweg weichen. Dort werden beispielsweise Stroh und Tannenzapfen ausgelegt. Und zu guter Letzt soll ein Kräutergarten den Geruchssinn anregen.

„Die Wahrnehmung ist im Alter nicht mehr so gegeben. Mit unserem Therapiegarten wollen wir das bei den Senioren aktiv fördern“, erklärt Heimleiter Hans-Joachim Keßler. Er ist froh über die Unterstützung der jungen Menschen. „Unser Hausmeister würde das alleine alles gar nicht schaffen“, führt der Heimleiter weiter aus.

Doch die jungen Menschen sind nicht nur zum Arbeiten nach Philippsthal gekommen. „Wir haben Freikarten für das Freibad bekommen, planen noch einen Abend am Lagerfeuer und wollen eine Kanutour auf der Werra machen“, sagt Campleiterin Sara Osterholt aus Lübbecke.

Die Sprache lernen

Unter all die jungen Menschen hat sich mit Gaby Ereice aus Tarragona auch eine 51-Jährige gemischt. Die Katalanin fühlt sich wohl in Philippsthal: „Da brauche ich 14 Tage lang meinen Mann und meine beiden Söhne nicht zu sehen“, scherzt sie. Den Campaufenthalt möchte sie nutzen, um die deutsche Sprache noch besser lernen zu können. Aber auch die Arbeit für die älteren Menschen bereitet ihr große Freude. An das Schlafen im Zelt hat sie sich auch schon gewöhnt.

Abschlussfest

Zum Abschluss des Hilfseinsatzes in Philippsthal werden die zwölf Frauen und Männer gemeinsam mit den Senioren ein Sommerfest feiern. Das soll am 9. August stattfinden. „Dann gibt es für alle Kreuzbergbier“, verspricht Harald Güth. Eigentlich könnte dieses Abschiedsfest auch als Stallfest bezeichnet werden, denn die Camper sorgen auch dafür, dass in der kommenden Woche endlich der Streichelzoo auf dem Gelände des Hauses Kreuzberg fertig wird.

Von Mario Reymond

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