An der Heringer Werratalschule haben am Freitag 47 Abiturienten ihre Abschlusszeugnisse erhalten

Jetzt gilt es, Spuren zu hinterlassen

Die 47 Abiturienten der Werratalschule freuen sich mit ihren Lehrern über die bestandene Reifeprüfung. Foto: Reymond

Heringen. Die Aufforderung von Staatsminister Michael Roth an die Abiturienten der Heringer Werratalschule, in ihrem künftigen Leben Spuren zu hinterlassen, haben diese gleich nach der feierlichen Abschlussfeier mit Zeugnisübergabe wörtlich genommen.

In das neu gestaltete Goldene Buch der WTS trugen sich alle 47 Abiturientinnen und Abiturienten ein. Dazu hatte sie die stellvertretende Schulleiterin Margret Schulz-Bödicker aufgefordert. In diesem Buch durften sich aber auch alle Erwachsenen, die zur Abschlussfeier in die Aula der Schule gekommen waren und in Heringen irgendwann einmal ihre Reifeprüfung abgelegt hatten, verewigen.

So auch Michael Roth, der im Jahre 1990 als Absolvent der Oberstufe an gleicher Stelle sein Zeugnis hatte entgegennehmen dürfen. Damals hielt der heutige Staatsminister die Abiturientenrede und 24 Jahre später war er als Gast für die akademische Rede zuständig. Zunächst einmal machte er allen Abiturienten – auch den Schwächeren – Mut für ihren kommenden Lebensweg.

„Niemand wird sich ab heute für Ihren Abi-Schnitt interessieren. Auch ich habe bei Einstellungen nie danach gefragt. Ich habe mir immer nur den Menschen angeschaut. Gelerntes findet sich nicht in Punkten und Noten wieder.“

Geschichte ist wichtig

Als Staatsminister im Auswärtigen Amt machte Roth dann auch keinen Hehl daraus, welches Unterrichtsfach seiner Meinung nach das Wichtigste ist – Geschichte. Und gerade das Jahr 2014 sei ein besonderes Jahr: „Vor 100 Jahren ist in Sarajevo Erzherzog Franz Ferdinand erschossen worden. Dieses Attentat war der Auslöser für den 1. Weltkrieg. Daher bin ich morgen zu einer Gedenkfeier in Sarajevo“, führte Roth weiter aus. Vor 75 Jahren ist zudem der 2. Weltkrieg ausgebrochen und vor 25 Jahren hat der Mauerfall mit zur Einigung Europas beigetragen. Europa biete viele Möglichkeiten. „Zieht hinaus und entdeckt Europa. Egal, ob ihr in Finnland studiert, eine Ausbildung in Mailand oder ein Praktikum in Frankreich macht. Bleibt immer neugierig und hinterlasst dabei eure Spuren“, rief Roth den Abiturienten zu.

Auf ihrem Weg hinaus ins Leben sollten sich die Abiturienten kreativ und ungezwungen geben. „Natürlich ist auch die Vernunft wichtig, aber das Herz darf man nicht ausschließen“, merkte der Staatsminister an.

Von Mario Reymond

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