Bergkapelle Wintershall ehrt sieben Mitglieder für langjährige aktive Mitgliedschaft

280 Jahre für die Musik

Die Jubilare: Klaus Wüsthoff, Heinrich Buchenau, Kurt Sennhenn, Herbert von Roden, Karl Zuleger und Dirigent Elmar Sichler (von links). Es fehlen Uwe Bachmann und Walter Schneck. Foto: nh

Heringen. Sieben Mitglieder der Bergmannskapelle Wintershall des Kaliwerkes Werra feiern in diesem Jahr Jubiläum und kommen zusammen auf sage und schreibe 280 Jahre Mitgliedschaft. Heinrich Buchenau aus Obersuhl, Herbert von Roden aus Lengers und Karl Zuleger aus Widdershausen sind jeweils bereits seit einem halben Jahrhundert in der Bergmannskapelle aktiv. Uwe Bachmann aus Obersuhl und Kurt Sennhenn aus Sontra-Ulfen sind seit 40 Jahren dabei. Walter Schneck aus Philippsthal und Klaus Wüsthoff aus Heimboldshausen können auf 25 aktive Jahre zurückschauen.

Nicht alle bei K+S beschäftigt

„Was uns eint, ist der Spaß an der Musik“, sagt Karl Zuleger. Er spielt die Posaune und ist mit seinen 76 Jahren das älteste Mitglied in der Bergmannskapelle Wintershall. „Ortsältester sagt man im Bergbau“, neckt Herbert von Roden den Kameraden. Mit 75 Jahren ist der gelernte Bergmann von Roden nur wenig jünger. Man merkt, die Stimmung unter den Jubilaren ist ausgelassen und die Vertrautheit groß. Immerhin kennt man sich nach all den Jahren, den gemeinsamen Proben und Konzerten gut.

Bis auf Kurt Sennhenn haben alle Jubilare ihre Ausbildung bei K+S absolviert: als Schlosser, Schmelzschweißer oder Chemielaborant. „Ich bin über Freunde in die Kapelle gekommen“, erzählt der siebzigjährige Sennhenn, der die Klarinette und das Saxophon beherrscht. Er ist gekommen, um zu bleiben. Auch heute sind durchaus nicht alle Musiker der Bergmannskapelle bei K+S im Werk Werra beschäftigt.

Auf die Frage, was das Schönste an dem gemeinsamen Hobby sei, antworten die musikalischen Jubilare einstimmig: die schönen Auftritte. Dann geraten sie ins Schwärmen von den untertägigen Weihnachtsfeiern, den Bergmannsfesten damals in Heringen, der jährlichen Kirchschicht, den Bergparaden im Erzgebirge. An diesen jährlichen Fahrten ins Erzgebirge nehmen auch die Frauen teil, die durch das durchaus zeitintensive Hobby der Ehemänner einige Entbehrungen zu bringen haben. Früher, erzählen die Jubilare, fuhren sogar die Kinder mit, aber die sind mittlerweile erwachsen.

James Last und Sex Bomb

Rund 40 Musiker spielen derzeit in der Bergmannskapelle Wintershall. Der jüngste von ihnen ist 14 Jahre alt, Zuleger mit 76 Jahren der Älteste. Und genauso vielfältig wie die Musiker ist auch das Repertoire der Gruppe: neben Polka, Walzer und James Last spielt die Kapelle auch moderne Sachen wie „Sex Bomb“ oder „Killing me softly“. „Man muss den Nerv des Publikums treffen. Die richtige Mischung macht’s“, erklärt Elmar Sichler das Konzept.

Sichler ist seit 14 Jahren Dirigent der Bergmannskapelle Wintershall. Er hat als Junge hier angefangen und ist der Kapelle treu geblieben, sogar sein Sohn und seine Tochter sind schon seit Jahren mit dabei. (red/rey)

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