Heringer Bürger stimmen vom 1. bis 16. Juli über die Zukunft der Einkaufsstadt ab

Innenstadt oder Wiese?

Heringen. Die Entwicklung der Einkaufsstadt Heringen ist derzeit das Thema bei den Bürgern. Vom 1. bis zum 16. Juli können die Heringer Bürger daher im Rathaus darüber abstimmen, in welche Richtung sich die Einkaufsstadt entwickeln soll.

Dabei stellt sich die Frage, ob ein neuer innerstädtischer Einkaufsbereich den Vorzug vor Neubauten auf der grünen Wiese im Bereich des Ried erhalten wird oder ob der Versuch unternommen werden soll, beide Entwicklungen parallel anzugehen. Das ist das Resultat einer Bürgerversammlung, die am 27. Mai im Bürgerhaus in Heringen stattgefunden hat.

Zur Abstimmung stehen folgende drei Alternativen:

• Entwicklung des Innenstandprojekts und im Wesentlichen unveränderter Bestand der Märkte im Ried.

Die Innenstadt wird wieder verstärkt entwickelt und gefördert. So soll einer weiteren Entleerung und Verödung des zentralen Innenstadtbereiches vorgebeugt werden und das Leben soll sich wieder stärker in der Innenstadt abspielen. Die vorhandenen Betriebe im Ried bleiben bestehen und bekommen bei Bedarf in eng umgrenztem Umfang die Möglichkeit zur Erweiterung, aber es gibt keine Neuansiedlung von innenstadtrelevantem Handel.

• Entwicklung des Innenstadtprojekts und die Möglichkeit zur Erweiterung der Märkte und bei Bedarf für Neubauten im Ried.

Hier soll eine parallele Entwicklung ermöglicht werden. Dabei ist aber grundsätzlich zu beachten, ob es das in Heringen vorhandene Kaufkraftpotential überhaupt zulässt, langfristig zweigleisig zu fahren.

• Keine neue Innenstadtentwicklung und lediglich die Weiterführung der Einkaufsentwicklung auf der grünen Wiese.

Die Entwicklung wird auf den Bereich des Ried konzentriert und es wird schwerpunktmäßig versucht, hier weitere Handelsbetriebe anzusiedeln oder umfangreiche Erweiterung im Bestand zu ermöglichen.

Zwar ist das Ergebnis der Abstimmung nicht bindend, es wird die von den städtischen Gremien zu fassenden Beschlüsse aber maßgeblich beeinflussen.

Schon im Jahr 2003 hatte ein von der Stadt in Auftrag gegebenes wirtschaftliches Entwicklungskonzept gezeigt, dass die Werrastadt durch die Märkte im Ried einen zerrissenen Einkaufbereich bekommen hat. Bereits damals haben sich die Einkaufsströme zwischen Ried und Hauptstraße aufgeteilt. Diese Situation hat sich nach der Schließung des zentral gelegenen Tegut-Marktes an der Hauptstraße zu Ungunsten der Innenstadt noch verschärft.

Strategien entwickeln

„Das Gutachten der renommierten Kölner Beratungsgesellschaft Econ-Consult schreibt der Stadt ins Stammbuch, das es angesichts begrenzter Kaufkraft nicht um eine größere Expansion der Kapazitäten gehen kann, sondern dass das strategische Ziel bei der Einzelhandelsentwicklung sein sollte, über Standorte und Sortimente zu diskutieren und die vorhandenen Angebote sinnvoll abzurunden“, erklärt Bürgermeister Hans Ries. (red/rey)

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