Delegation aus Mardin im Osten der Türkei zu Besuch im Heringer Rathaus

Von Industrie beeindruckt

Erinnerungsfoto unter der türkischen Flagge: Eine Delegation aus Mardin besuchte die Stadt Heringen. Vorne rechts Heringens Bürgermeister Hans Ries, links neben ihm Vorsitzende der türkisch-islamischen Kulturgemeinde Hersfeld-Rotenburg, Yalcin Solak. Oben links Michael Ernst, Büroleiter im Heringer Rathaus. Foto: nh

Heringen. Ein Stau auf der Autobahn verzögerte zwar ihre Ankunft, von den Industrieanlagen und der regen Bautätigkeit in Heringen zeigten sich die Stadträte, Ortsvorsteher, Lehrer und Bürgermeister aus Mardin in der Osttürkei dennoch beeindruckt.

Auf ihrer Deutschland-Tour hat eine Delegation aus der 80 000-Einwohner-Stadt in der Nähe der Grenze zu Syrien am Montag einen Zwischenstopp an der Werra eingelegt.

In Hessen standen zuvor Wiesbaden, Frankfurt und Fulda auf dem Besichtigungsprogramm der Delegation aus der Türkei.

Kontakt durch Stadtfest

Auf die deutlich kleinere Stadt Heringen waren die Gäste durch das jüngste Stadt- und Museumsfest aufmerksam geworden. Die türkisch-islamische Kulturgemeinde in Hersfeld-Rotenburg hatte sich auf Einladung von Bürgermeister Hans Ries an dem Fest beteiligt. Der Vorsitzende der Kulturgemeinde, Yalcin Solak, lebt mit seiner Familie in Heringen.

Auch die größte türkische Tageszeitung Zaman, die ihre Deutschland-Zentrale in Offenbach hat, hatte über das Stadtfest berichtet. Die Zeitung vermittelte auch den Kontakt zur Delegation aus der Osttürkei. Neben dem touristischen Aspekt sollen bei den Besuchen auch politische Kontakte geknüpft werden. Die etwa 7000 Jahre alte Heimatstadt der Gäste ist bekannt für ihre in Granit gehauenen Häuser. Moslems, Jesuiten, Christen und Juden leben dort zusammen, berichteten die Gäste.

„Es war eine ausgesprochen herzliche, humorvolle und fröhliche Begegnung, die einmal mehr zeigte, wie viel Ähnliches, Gemeinsames und Verbindendes es selbst zwischen dem mesopotamischen Teil der Türkei und einer kleinen Industriestadt in Deutschland tatsächlich gibt“, sagte Heringens Bürgermister Hans Ries nach dem Besuch.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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