Seit einem Jahr gibt es in Philippsthal die Tagespflege des Hauses Kreuzberg

Immer wieder wohlfühlen

Das Singen wird in der Philippsthaler Tagespflege des Hauses Kreuzberg praktiziert. Auf unserem Foto stimmen Verwaltungsmitarbeiterin Andrea Hofmann (links) und die jugendliche Helferin Anna (rechts) „Der Mai ist gekommen“ mit den Senioren an. Foto. Reymond

Philippsthal. Genau ein Jahr lang gibt es jetzt die Tagespflege der Evangelischen Pflegedienste Haus Kreuzberg in Philippsthal. Und der Zuspruch wird immer größer. „Wir betreuen täglich zwölf Senioren. Auf der Warteliste stehen noch einige Frauen und Männer“, weiß Andrea Hofmann zu berichten. Sie arbeitet in der Verwaltung des Hauses Kreuzberg.

In der Tagespflege selbst sind sechs Pflegekräfte – alles Frauen – für die Betreuung der Senioren zuständig. Diese werden morgens in ihren Wohnungen abgeholt und nach Philippsthal gebracht. Dort beginnt um 9 Uhr das gemeinsame Frühstück. Der Tag ist genau durchgeplant. „Bis 17.30 Uhr genießen die Frauen und Männer bei uns Vollpension“, scherzt Pflegekraft Carola Hoßfeld, die die Tagespflege leitet.

Damit es den alten Menschen nicht langweilig wird, bieten die Pflegekräfte, Praktikantinnen und die derzeit vier Jugendlichen, die einen Taschengeldjob haben, den Senioren jeden Tag ein abwechslungsreiches Programm. „Wir spielen und singen gemeinsam. Es gibt Gesprächsrunden Auch beim Kochen und Backen dürfen die älteren Menschen helfen. Hin und wieder stehen auch Tagesausflüge auf dem Programm“, sagt Hoßfeld. Und natürlich dürfen die Senioren am Gottesdienst im haus Kreuzberg teilnehmen. Einmal in der Woche steht zudem Gymnastik auf dem Plan.

Dass für die alten Menschen täglich etwas getan wird, findet auch die 15 Jahre alte Anna aus Vacha gut. Sie kommt einmal in der Woche in die Tagespflege, um sich für drei Stunden um die hilfsbedürftigen Menschen zu kümmern. Das Taschengeld, das sie dafür bekommt, nimmt sie zwar gerne mit, doch steht es bei ihr nicht an erster Stelle. „Ich möchte mich vielmehr orientieren, um später einmal den richtigen Beruf zu wählen. Vielleicht Ergotherapeutin“, sagt die 15-Jährige. Und sie fügt an, dass ihr die Arbeit mit den alten Menschen Spaß mache.

Probleme bekommt die 15-Jährige nur, wenn die Senioren so richtig in ihrem Element sind und sich Geschichten von früher auf Platt erzählen. Da müssen dann auch die älteren Pflegefrauen genau hinhören, um alles mitzubekommen.

Neben den Ohren sind die Augen das wichtigste Sinnesorgan der Pflegekräfte. Da auch Demente zur Betreuung kommen, müssen die Mitarbeiterinnen diese besonders im Blick haben. „Alleine auf sich gestellt wären diese Menschen hilflos. Und wir wollen verhindern, dass vielleicht sogar eine größere Suchaktion gestartet werden müsste“, verdeutlicht Hoßfeld.

Daran, die Türen einfach abzuschließen, verschwendet die Pflegekraft keinen Gedanken: „Wir sind doch keine geschlossenen Anstalt. Die Senioren sollen sich bei uns wohlfühlen. Jeden Tag aufs Neue“.

Von Mario Reymond

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