SPD-Unterbezirks-Chef einstimmig wiedergewählt

Hundert Prozent für Torsten Warnecke

Der wiedergewählte Unterbezirksvorsitzende Torsten Warnecke (rechts) konnte gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Elke Künholz (links) mehrere Neumitglieder bei der SPD begrüßen. Foto: nh

Lautenhausen. Torsten Warnecke ist einstimmig als Vorsitzender des SPD-Unterbezirks wiedergewählt worden. Beim Parteitag in Lautenhausen gaben am Freitagabend alle 93 stimmberechtigten Mitglieder dem Landtagsabgeordneten ihre Stimme. Als 1. stellvertretende Vorsitzende wurde Vize-Landrätin Elke Künholz mit 78 Ja- und elf Neinstimmen bei drei Enthaltungen gewählt.

Als weitere Stellvertreter wurden der Bürgermeister von Nenterhausen, Ralf Hilmes, Niederaulas Alt-Bürgermeister Helmut Opfer, der Bad Hersfelder Stadtverbandschef Gunter Müller und der Bürgermeister von Philippsthal, Ralf Orth, gewählt. Kassierer bleibt Helmut Miska.

Höhle des Löwen

Die SPD hatte sich mit ihrem Parteitag in die „Höhle des Löwen“ oder auch ins „Wohnzimmer“ des vermutlich künftigen Koalitionspartners gewagt. Nur einen Steinwurf vom schmucken Anwesen des CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Heiderich tagten die Genossen im Dorfgemeinschaftshaus von Lautenhausen. „Ich habe überlegt, Helmut Heiderich für ein Grußwort einzuladen“, witzelte deshalb auch die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz in ihrer Begrüßung, gab dann aber zu: „Ich bin im Grunde gegen eine große Koalition“.

Sie beschwor ihre Partei, in den bevorstehenden Koalitionsverhandlungen nicht die „Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit“ der SPD aufs Spiel zu setzen. Ähnlich äußerte sich auch Torsten Warnecke in seinem kämpferischen aber auch selbstkritischen Rechenschaftsbericht, in dem er beklagt, dass im Wahlkampf zu wenig über Inhalt gesprochen worden sei (wir berichteten). Statt dessen sei zu viel über die schwarz-rot-goldene Halskette der Kanzlerin und den Stinkefinger Peer Steinbrücks geredet worden. Warnecke warb in seiner Rede dafür, auch die Arbeit der SPD Unterkreise wiederzubeleben. „Wir müssen bei den großen Themen zusammenarbeiten.“

Wider dem Siechtum

Eines dieser großen Themen benannte dann der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Manfred Fehr. „Der Kreis steht zwar finanziell vergleichsweise gut da, aber der Haushalt ist defizitär“, sagte Fehr, der dafür eine verfehlte Aufgabenverteilung von Bund und Land verantwortlich machte. „Hessen hat die kommunal-unfreundlichste Politik aller Bundesländer“, kritisierte Fehr und forderte Änderungen an der Finanzausstattung.

Gleichwohl dürfe der Kreis sein Vermögen – zum Beispiel Schulen und Kreisstraße nicht dem „Siechtum“ preisgeben, sondern müsse weiter investieren. Auch die finanziellen Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung beklagte Fehr und forderte, kommunale Krankenhäuser unter „Artenschutz“ zu stellen, solange es sie überhaupt noch gibt. (kai)

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