Schenklengsfelder Gemeindevertreter wollen mit Macht FKK-Saunaclub verhindern

Hotel oder doch Bordell?

Neue Pläne: Ursprünglich war dieses Gebäude im Schenklengsfelder Gewerbegebiet eine Diskothek. Dann wurde es als Spielothek genutzt und schon bald könnte darin ein FKK-Saunaclub eingerichtet werden. Foto: roda

Schenklengsfeld. Für die ehemalige Diskothek Dock 3 in Schenklengsfeld, die später auch eine Spielothek beherbergte, gibt es einen neuen Interessenten. Ein Mann aus Hanau möchte das bestehende Gebäude um einen zweigeschossigen Anbau erweitern und daneben noch ein Hotel errichten.

In den Anbau soll ein FKK-Saunaclub integriert werden. Und in dem geplanten Hotel mit 30 Zimmern würden dann nach den Planungsunterlagen die Mitarbeiter des Saunaclubs übernachten. Der Investor schreibt von 39 neuen Arbeitsplätzen, die so in Schenklengsfeld entstehen würden.

Insgesamt werden die Festsetzungen des Bebauungsplans eingehalten, heißt es dazu im Sachverhalt zu den Sitzungsunterlagen für die Gemeindevertreter. Diese können sich allesamt mit diesem Projekt so recht nicht anfreunden. „Wir stellen uns Gewerbe im Sinne von Produktion vor. Gewerbesteuer, die aus der Ausbeutung von Frauen, stammt, ist nicht schön. Wir wollen einen solchen Vergnügungspark nicht fördern“, sagte Nora Mannel (SPD).

Auch Udo Langer von der Bürgerliste ist kein Freund des angedachten Saunabetriebs, doch sieht er nicht sonderlich viel Handhabe dagegen: „Baurechtlich gibt es wenig Ansatzpunkte, dieses Projekt zu verhindern. Ein Gewerbebetrieb ist in einem Gewerbegebiet zulässig. Selbst Beschwerden von Nachbarn sind da zweitrangig. Eine Möglichkeit wäre es, eine Veränderungssperre zu erlassen, die den baulichen Ist-Zustand einfriert.“

Und genau das haben die Gemeindevertreter nun einstimmig getan. Auch in dem Wissen, dass eine solche Sperre unzulässig ist, wenn sie zum Ziel hat, ein ganz bestimmtes Projekt zu verhindern.

Die Gemeinde hofft dennoch, durch diesen Beschluss zwei Jahre Luft zu bekommen. Zusätzlich wurde auch ein Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans im Gewerbegebiet gefasst.

Glasklare Bezeichnung

Im Vorfeld dieser Beschlüsse hatte sich der Gemeindevorstand mit einem Fragenkatalog an den Investor gewandt, um zu erfahren, was in Schenklengsfeld nun tatsächlich geplant ist. „Hotel oder Bordell – wir wollen eine glasklare Bezeichnung. Der Bauherr muss seine Vorlagen konkretisieren. Dann machen wir die nächsten Schritte“, erklärte Bürgermeister Stefan Gensler.

Pessimistisch äußerte sich Parlamentsvorsitzende Tanja Hartdegen: „Das ist ein Privatgrundstück. Da kommen wir nicht ran.“ Darauf entgegnete der Bürgermeister: „Bei einem Neubau werden wir auf jeden Fall eingreifen.“ Für Spannung und Gesprächsstoff in und um Schenklengsfeld ist in den kommenden Wochen und Monaten jedenfalls gesorgt.

Von Mario Reymond

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