Eon Mitte AG investiert eine Million Euro, um zunächst den Ortsteil Ransbach ans Netz zu nehmen

Hohenroda setzt auf Erdgas

Technik: Peter Guse und Karsten Bickel, beide von der Eon Mitte AG, zeigen, wie das Erdgas bald in die Häuser der Kunden in Ransbach gelangt. Foto: Reymond

Oberbreitzbach. Die Gemeinde Hohenroda setzt auf Erdgas. Schon im Frühjahr kommenden Jahres soll das Gas zunächst im Ortsteil Ransbach strömen. In den Aufbau des Gasversorgungsnetzes investiert die Eon Mitte AG rund eine Million Euro. Die entsprechenden vertraglichen Angelegenheiten zwischen der Gemeinde und dem Energieversorger wurden gestern Vormittag im Schloss in Oberbreitzbach zwischen Eon-Vertretern sowie Bürgermeister Jörg Schäfer und dem Ersten Beigeordneten Hans-Albert Pfaff besiegelt.

Als erster großer Erdgaskunde wurde der Hessen Hotelpark gewonnen. Und direkt daneben stehen im Ferienpark 65 Häuser, die noch großteils über Nachtspeicheröfen geheizt werden. Alles potenzielle Kunden für Erdgas, glaubt der Bürgermeister.

Weitere 45 Bürger aus dem Ortsteil Ransbach hätten sich ebenfalls spontan dazu bereiterklärt, auf Erdgas als Wärmeträger umzusteigen, berichtet Karsten Bickel, Eon-Projektleiter.

Damit Ransbach mit Erdgas beliefert werden kann, muss zunächst eine Übergabestation errichtet werden. Sie entsteht an der Landesstraße zwischen Ransbach und Oberbreitzbach. Dort kommt später das Erdgas von der Gas-Union mit einem Druck von 60 bar an und wird für das Ortsnetz auf 700 Millibar heruntergefahren. In den einzelnen Häusern der Endkunden beträgt der Verbrauchsdruck dann noch 22 Millibar.

Alleine für den Bau der Übergabestation benötigt Eon 450 000 Euro. Der große Rest fließt in den Leitungsbau.

Für die potenziellen Endkunden, die ihre Heizungsanlage auf den Erdgasbetrieb umstellen möchten, rechnet der Mansbacher Peter Guse, der als Eon-Teamleiter-Bebra in Hohenroda quasi ein Heimspiel hat, mit Kosten von mindestens 1800 Euro. Doch diese Summe werde sich für Leute, die heute noch mit Öl heizen, recht bald amortisieren, glaubt er.

Auf jeden Fall werden die Erdgasleitungen so dimensioniert, dass das Projekt nicht nur auf Ransbach beschränkt bleiben wird. „In einem nächsten Zug könnten wir dann Ausbach und Oberbreitzbach in Angriff nehmen“, hofft der Bürgermeister. Besonders erfreut zeigte sich das Gemeindeoberhaupt darüber, dass die Entscheidung für Erdgas von den vier im Parlament vertretenen Fraktionen einstimmig auf den Weg gebracht worden sei.

Hoffen auf Mitnahmeeffekt

Bei den für das kommende Jahr anstehenden ersten Hausanschlüssen hoffen Eon-Mitte Vorstandsmitglied Georg von Meibom und Thomas Keil, Leiter des Regionalzentrums Mitte, auf einen Mitnahmeeffekt. „Wenn die Nachbarn sehen, dass in der Straße ein Hausanschluss verlegt wird, steigt vielleicht auch deren Interesse an Erdgas“, hoffen die beiden.

Und Bürgermeister Schäfer geht davon aus, dass mit Erdgas die Gemeinde Hohenroda für Familien und Gewerbetreibende interessanter werden dürfte. „Diese Investition ist sinnvoll und bietet künftig bessere Voraussetzungen für mögliche Ansiedlungen“.

Von Mario Reymond

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