Historischer Friedhof in Schenklengsfeld landet bei Internetabstimmung auf Platz drei

Hinschauen lohnt sich

Dr. Irene Ewinkel (Mitte), Geschäftsführerin der Gesellschaft für Kultur- und Denkmalpflege in Hessen, überreicht die Urkunde für den dritten Platz an Bürgermeister Stefan Gensler (links) und Karl Honikel vom Heimatverein Landeck (rechts).Der historische Friedhof in Schenklengsfeld hatte es bei einer Online-Abstimmung auf Rang drei geschafft. Bundesweit standen 32 Friedhöfe zur Wahl. Foto: Reymond

Schenklengsfeld. Bei der Onlineabstimmung „Faszination Friedhof“ hat der historischen Friedhof von Schenklengsfeld im September den dritten Platz erreicht (wir berichteten). Gestern fand die Auszeichnung mit Urkunde auf dem Friedhof statt.

Aus den Händen von Dr. Irene Ewinkel, der Geschäftsführerin der Gesellschaft für Kultur- und Denkmalpflege in Hessen, nahmen Bürgermeister Stefan Gensler und Karl Honikel vom Heimatverein Landeck, die Urkunde entgegen.

Auf dem historischen Friedhof in Schenklengsfeld gewähren 275 Grabdenkmäler aus dem 17. bis 19. Jahrhundert einen beispielhaften Einblick in die Kulturgeschichte einer ländlichen evangelisch-reformierten Gemeinde.

Drei Monate abgestimmt

Drei Monate standen unter www.faszination-friedhof.de deutschlandweit 32 besondere historische Friedhöfe zur Wahl. Am Ende gewann der Friedhof der Herrnhuter Brüdergemeine in der Nähe von Görlitz. Auf dem zweiten Platz landete der Judenfriedhof „Heiliger Sand“ in Worms, der auf eine gut 1000-jährige Geschichte zurückblickt.

Mit der Internetseite „Faszination Friedhof“ und der Online-Abstimmung rückten der Bund Heimat und Umwelt (BHU) sowie Aeternitas, die Verbraucherinitiative Bestattungskultur, besondere historische Friedhöfe ins Blickfeld. In Hessen unterstütze die Gesellschaft für Kultur- und Heimatpflege, als BHU-Landesverband den Wettbewerb.

„Durch seine Jahresaktion macht der BHU auf schützenswerte Kulturlandschaftselemente aufmerksam und hebt ihre kulturelle Bedeutung hervor, denn die bewusste Wahrnehmung hilft dabei, diese Elemente unserer Kulturlandschaft zu erhalten“, erklärt Dr. Irene Ewinkel.

Besonders verbunden

Die Gesellschaft für Kultur und Denkmalpflege ist mit dem historischen Friedhof in Schenklengsfeld besonders verbunden. Sorgte doch der ehemalige Vorsitzende des Heimatbundes, der Landeskonservator Dr. Friedrich Bleibaum in den Jahren 1959 bis 1964 für die Sicherung des Bestandes und eine neue Aufstellung. „Auch in unserer Zeitschrift ,Hessische Heimat‘ wurde dies gewürdigt. 1964 mit einem Aufsatz über die Geschichte des Friedhofs und seiner Grabsteine. Sowie jüngst in einem Artikel von Brunhilde Miehe aus Gershausen über die Darstellungen auf den Grabsteinen als Quelle der Kleidungsforschung“, so die Geschäftsführerin der Gesellschaft für Kultur- und Denkmalpflege in Hessen.

Gerade bei den unbekannteren Friedhöfen lohne sich ein genaueres Hinschauen. Dort fänden sich eindrucksvolle Zeugnisse kultureller Vielfalt der deutschen Friedhofskultur, meint Dr. Irene Ewinkel.

Von Mario Reymond

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