Lisa Frömel aus Heringen spendete einem Leukämiepatienten in den USA Stammzellen

Hilfe für den Gen-Zwilling

Helferin in der Not: Lisa Frömel hat sich im Mai 2012 zu einer Typisierung entschlossen. Jetzt hat sie bereits einem an Leukämie erkrankten US-Amerikaner mit ihrer Stammzellenspende helfen können. Foto: Reymond

Heringen. Die Erzieherin Lisa Frömel aus Heringen hat einem Menschen das Leben gerettet. Die junge Frau spendete vor einigen Tagen einem 71 Jahre alten an Leukämie erkrankten US-Amerikaner Stammzellen von sich.

Mehr weiß die 22-Jährige nicht über den Mann aus den Vereinigten Staaten. Allerdings hat sie ihm bereits einen Brief geschrieben, der über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Tübingen dem Amerikaner zugestellt wird. In ihren Brief hat sie die besten Wünsche für den ihr unbekannten Mann gepackt und mit der Hoffnung versehen, dass sie ihm hoffentlich habe helfen können.

Anonymer Briefkontakt

Mehr als ein fast anonymer Briefkontakt ist zurzeit nicht möglich. „Erst in zwei Jahren darf ich seine vollständige Adresse erfahren. Aber auch nur dann, wenn er damit einverstanden ist. Davon gehe ich aber aus. Vielleicht werde ich ihn ja sogar einmal treffen“, sagt Lisa Frömel.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Recht schnell dagegen verlief die Entscheidung der 22-Jährigen, sich in die Datei der DKMS aufnehmen zu lassen. „Mein Vater hat sich während einer Werksaktion bei K+S typisieren lassen. Meine Mutter und ich haben uns dann auch recht schnell dazu entschlossen und die notwendigen Unterlagen im Internet angefordert. Zuhause haben wir beide einen Abstrich der Mundschleimhaut gemacht und die Wattestäbchen wieder zurückgeschickt“, erklärt Lisa Frömel.

Das war im Mai 2012. Und nur etwas mehr als ein Jahr später war überraschenderweise ein hilfebedürftiger „genetischer Zwilling“ von Lisa gefunden. Denn zwei Menschen mit übereinstimmenden Gewebemerkmalen zu finden, gleicht fast sprichwörtlich der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen.

Das Problem: Für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale von Patient und Spender nahezu hundertprozentig übereinstimmen – genau das macht die Suche so schwierig, denn die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden, liegt bei eins zu 20 000 bis eins zu mehreren Millionen.

Es dauerte seine Zeit

Doch zunächst einmal war Lisas Hilfe nicht vonnöten. Nach einem schnell anberaumten Bluttest hörte sie mehrere Monate nichts mehr. Erst als sie im Januar nach dem Skiurlaub zuhause ihre E-Mails checkte, entdeckte sie dort eine Nachricht der Klinik. „Die war mit einem roten Ausrufezeichen versehen. Ich habe dann nach dem Wochenende gleich angerufen“, erinnert sich die 22-Jährige. Nur drei Tage später war sie zur Voruntersuchung in Dresden. Und keine 14 Tage später stand die Entnahme der Stammzellen an, die dann innerhalb von 72 Stunden ihrem „genetischen Zwilling“ übertragen wurden.

Von Mario Reymond

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