Wochenendporträt: Julia Niedling ist die neue Pfarrerin der Kirchengemeinde Friedewald

Ein Herz für alle Menschen

Julia Niedling spielt gerne Klavier. Der neugierige Kater Einstein spaziert dann hin und wieder über die Tastatur und sorgt dabei für manch schrägen Ton. Foto: Reymond

Friedewald. Menschen liegen der 28 Jahre alten Julia Niedling am Herzen. Und da lag es für die junge Frau nahe, den Beruf der Pfarrerin zu ergreifen. Trauernden Menschen beistehen und mit Hochzeitspaaren die Freude teilen, das macht für die junge Pfarrerin ihren Beruf so spannend.

Schon zur Oberstufenzeit an der Fuldaer Marienschule kristallisierte sich bei Julia Niedling der Berufswunsch Pfarrerin heraus. Doch überstürzen wollte die aus Gersfeld in der Rhön stammende Pfarrerin nichts. „Ich habe dann nach meinem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr in einer Arche-Gemeinschaft in Frankreich absolviert“, teilt sie mit. Während der Arbeit mit geistig-behinderten Erwachsenen war es dann aber sehr schnell klar – ein Theologiestudium im Anschluss an dieses Findungsjahr sollte es sein.

Zwölf Semester studierte Julia Niedling in Göttingen und Halle/Saale, ehe für sie die Vikariatszeit in Raboldshausen und Mühlbach auf dem Plan stand. Mittlerweile ist Julia Niedling für zwei Jahre Pfarrerin auf Probe in der Kirchengemeinde Friedewald.

Die Menschen dort sind sicher froh, dass die seit der Pensionierung von Pfarrer Hannes Georg über zehn Monate vakante Pfarrstelle endlich wieder besetzt ist. Pfarrer Hannes Georg war es auch, der Julia Niedling auf seine beschauliche Kirchengemeinde am Dreienberg aufmerksam machte.

„Ich habe Herrn Georg einmal auf einem Konvent getroffen. Da hat er so positiv über seine Gemeinde gesprochen. Als ich dann erfahren habe, dass die Stelle mit im Topf ist, habe ich Friedewald mit auf die Liste meiner Wunschstellen aufgenommen“, sagt die 28-Jährige.

Riesige Fußabdrücke

Dass die Fußabdrücke, die Pfarrer Georg in Friedewald hinterlassen hat, riesig sind, das weiß Niedling nur zu gut. Aus diesem Grund möchte sie ihr Amt engagiert ausfüllen. „Ich werde versuchen, meine Predigten zeit- und lebensnah zu gestalten, damit die Menschen auch etwas mitnehmen können“, führt die neuen Pfarrerin aus.

Um die Familien kümmern

Neben der reinen Kirchenarbeit möchte sich die junge Pfarrerin in erster Linie um Kinder und Familien kümmern und später auch speziell zugeschnittene Krabbel- und Familiengottesdienste anbieten. Ihre eigene Familienplanung habe dagegen noch nicht angefangen, auch wenn manche Friedewälder den riesige Pfarrgarten gerne wieder mit Leben erfüllt sehen würden. „Ich bin nur mit meinem Kater Einstein in das Pfarrhaus eingezogen“, merkt Niedling lächelnd an und schlägt sofort wieder eine Brücke zu ihrem Beruf: „Ich möchte aber nicht vergessen, dass mir bei all den Ideen über Kinder- und Familienarbeit natürlich auch die älteren Gemeindeglieder sehr am Herzen liegen. Natürlich werden auch Seniorennachmittage auf keinen Fall vergessen“, merkt Julia Niedling an.

Denn der neuen Friedewalder Pfarrerin liegen alle Menschen, ob jung oder alt, am Herzen.

Von Mario Reymond

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