Designierter Schulleiter der Werratalschule äußert sich zur Kritik an seiner Person

„Heringen liegt mir am Herzen“

Im Gespräch: Michael Arendt (60) aus Burghaun soll ab 1. Februar Leiter der Werratalschule werden. Foto: nh

Heringen/Darmstadt. Wer die Werratalschule in Heringen ab dem 1. Februar führen wird, das weiß nur das Hessische Kultusministerium. So jedenfalls sieht es Michael Arendt, der designierte Leiter der Heringer Werratalschule. Denn schließlich könnte es sein, dass ein Widerspruchsverfahren gegen die Stellenbesetzung laufe.

Und ein solcher Widerspruch scheint nicht völlig abwegig zu sein, da im Werratal ein Sturm der Entrüstung losgebrochen war, als einige Wochen vor dem Jahreswechsel publik wurde, dass Arendt die Schulleitung in Heringen übernehmen werde. Im Auswahlverfahren hatte er sich gegen die stellvertretende Schulleiterin Margret Schulz-Bödicker durchgesetzt, der viele Sympathien in der Werrastadt zufliegen.

Selbst das Stadtparlament hatte sich in einem Brief an das Kultusministerium für Schulz-Bödicker eingesetzt. Tenor all der Gegner eines Schulleiters Arendt: Dieser sei bereits 60 Jahre alt, habe keinerlei Bezug zu Heringen und sei lediglich für ein paar Jahre auf einen A 16-Versorgungsposten gesetzt worden. Dies weist Arendt jedoch weit von sich. „Ich stamme aus Burghaun, lebe dort und bin daher sehr wohl in der Region verwurzelt. 17 Jahre habe ich an der Gesamtschule Obersberg unterrichtet. Aktuell bin ich Leiter der Gutenbergschule in Darmstadt.“

Kein Wahlamt

Den Vorwurf seiner Kritiker, die letzten paar Dienstjahre einfach absitzen zu wollen, lässt Arendt abprallen: „Ich bin fit wie ein Turnschuh und muss nicht unbedingt mit 65 Jahren aufhören.“

Ob er denn nun tatsächlich nach Heringen kommen werde, dazu mochte und konnte Michael Arendt gestern am Telefon keine Mutmaßungen anstellen. Nur eines machte er unmissverständlich deutlich: „Die Stelle eines Schulleiters oder einer Schulleiterin ist kein Wahlamt. Das wird nicht von der breiten Öffentlichkeit entschieden.“ Und noch eines hob Michael Arendt hervor: „Heringen liegt mir sehr wohl am Herzen, sonst hätte ich mich nicht beworben. Ich freue mich auf diese Aufgabe.“

Da schreckt den designierten Heringer Schulleiter aus Burghaun auch der heftige Gegenwind, der ihm in den vergangenen Wochen aus der Werrastadt entgegenbläst, nicht. Selbst Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt hatte sich positioniert und gefordert, dass der Landkreis künftig Mitbestimmungsrecht bei der Vergabe von Schulleiterposten erhalten solle.

Völlig vorurteilsfrei

In der Frage der Stellenbesetzung hat sich bisher nur Margret Schulz-Bödicker, die stellvertretende Schulleiterin der WTS, die im Auswahlverfahren um das Schulleiteramt gegen Arendt unterlegen war, als zunächst einmal faire Verliererin gezeigt und alle dazu aufgefordert, den neuen Schulleiter vorurteilslos zu empfangen und ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen.

Von Mario Reymond

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