Emmi und Erhard Strinisko feiern heute in Mansbach ihre Eiserne Hochzeit

Heirat im Schneegestöber

65 Jahre verheiratet: Das Fest der Eisernen Hochzeit feiern heute in Mansbach Emmi und Erhard Strinisko. Foto: Reymond

Mansbach. Ein seltenes Freudenfest – die Eiserne Hochzeit – begehen heute Emmi (84), geborene Pfaff, und Erhard Strinisko (89) in Mansbach. Auf den Tag genau sind die beiden 65 Jahre verheiratet. Nachdem sie sich im Jahre 1947 beim Sport in Mansbach kennengelernt hatten, wurde ein Jahr später Hochzeit zwischen der Handballerin und dem Fußballer gefeiert.

Noch heute besuchen die beiden, die ihre Liebe zum Sport auch an Kinder und Enkelkinder weitergegeben haben, zumindest die Heimspiele der FSG Hohenroda. „Manchmal sind wir auch bei den Auswärtsspielen dabei“, sagt der aus Olmütz stammende Erhard Strinisko, der Ehrenmitglied des VfL Mansbach ist.

Während er mit den Leistungen der Hohenrodaer Kicker recht zufrieden ist, bereitet ihm sein Lieblingsverein in der Fußball-Bundesliga doch so einiges an Kopfzerbrechen. „Da ist die Frankfurter Eintracht im Moment ja nich so gut drauf“, merkt der Senior fachmännisch an.

Der im tschechischen Olmütz aufgewachsene Erhard Strinisko kam nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem er als sogenannter E-Heizer auf dem Unterseeboot 149 eingesetzt war, über mehrere Stationen nach Mansbach. Auch den Rest seiner Familie hatte es nach der Vertreibung aus der Heimat nach Silges bei Hünfeld verschlagen. Von dort aus lief Erhard Strinisko jeden Tag etwa zehn Kilometer zum Bahnhof nach Hünfeld, um mit der Bimbel-Bahn nach Treischfeld zu fahren. Von Treischfeld ging es wieder zu Fuß ins etwa sechs Kilometer entfernte Mansbach zur Arbeit.

Mit dem Drahtesel

Bei der heute nicht mehr existierenden Firma Kießling arbeitete Erhard Strinisko als Elektriker. Auf die Baustellen kam er in dieser Zeit, also in den Jahren 1947 bis 1952, immer mit dem Dienst-Fahrrad.

Weitere Stationen in seinem Berufsleben waren der Eiterfelder Maschinenbauer Ley und die Firma Wella in Hünfeld, ehe Erhard Strinisko im Jahre 1988 in Rente ging.

Seine Ehefrau Emmi, gelernte Buchhalterin, arbeitete von 1944 bis zur Auflösung 1952 für das Heeres-Remonte-Amt in ihrem Heimatort Mansbach. Es folgten zehn Jahre bei der Firma Bock in Ufhausen und noch einmal 20 Jahre bei der Firma Nophut in Eiterfeld.

An ihren Hochzeitstag, den letzten Tag im Jahre 1948, erinnert sich Emmi Strinisko, geborene Pfaff, noch ganz genau: „Im Schneegestöber sind wir zur Kirche gegangen. Und in der Nacht hat es kaum ein Feuerwerk gegeben. Das war damals noch nicht so in Mode“.

Zum heutigen Ehrentag gratulieren eine Tochter und ein Sohn, fünf Enkelkinder und ein Urenkelchen sowie alle andern Familienmitglieder, Freunde und Bekannte.

Von Mario Reymond

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