K+S schafft Nistmöglichkeiten im Stöckig zwischen Ransbach und Röhrigshof

Ein Haus für die Haselmaus

Eine Wohnung am Baum: Kali-Projektingenieur Sebastian Arnold bringt in zwei Metern Höhe einen Haselmauskobel im Stöckig an. Foto: Balduf

Ransbach/Röhrigshof. Im Forstgebiet Stöckig zwischen Röhrigshof und Ransbach wurde Wohnraum geschaffen – Wohnraum der besonderen Art und für einen besonderen Bewohner: die Haselmaus, die zu den in Deutschland streng geschützten Tierarten zählt.

Sebastian Arnold und Jörg Weipert haben 20 Haselmausquartiere, sogenannte Kobel, an geeigneten Bäumen angebracht, um Nistmöglichkeiten für den scheuen Nager zu schaffen.

Sebastian Arnold ist Diplom-Landschaftsökologe und Projektingenieur in der Abteilung Umwelt und Genehmigungen im Werk Werra der K+S Kali GmbH. Diplom-Biologe Jörg Weipert führt das Institut für biologische Studien im thüringischen Plaue und berät das Werk Werra bei einigen der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die im Zuge der Haldenerweiterung Hattorf vorgenommen werden müssen.

Halde erweitern

Das Werk Werra plant eine Erweiterung der bestehenden Haldenfläche in Richtung Westen. Ab 2017 soll die Fläche zur Aufhaldung der festen Rückstände aus der Kaliproduktion genutzt werden.

„Die Lebensraumbedingungen für die Haselmaus dürfen sich im Stöckig durch die geplante Haldenerweiterung nicht verschlechtern. Mit verschiedenen Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz gleichen wir die Eingriffe in die Natur aus, macht Projektingenieur Arnold deutlich.

Bis Herbst 2013 bleiben die Haselmauskobel in der Erweiterungsfläche. Danach werden sie im Rahmen einer sogenannten „zeitlich vorgezogenen Ausgleichsmaßnahme“, die dem Artenschutz dient, in geeignete angrenzende Waldbereiche gebracht.

Die Haselmaus gehört zur Wirbeltierfamilie der Schläfer und kommt in lichteren, wärmebegünstigten Mischwäldern mit vielen früchtetragenden Sträuchern vor. Sie misst gerade einmal 15 Zentimeter, wobei davon nur die Hälfte der Körper und die andere Hälfte der Schwanz ausmacht. Da sie so klein, scheu und nachtaktiv ist und sich hauptsächlich in Wipfeln von Bäumen und höheren Büschen aufhält, ist es schwer, sie nachzuweisen, um Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.

„Zum jetzigen Zeitpunkt überprüfen wir mit Hilfe der Kobel, ob die Haselmaus im Stöckig vorkommt. Bewohnte Kobel brächten Gewissheit“, erklärt Jörg Weipert. Aber selbst wenn die Kobel nicht besiedelt würden, wäre das Vorkommen des Nagers hier nicht auszuschließen, stellt der Biologe klar. Deshalb erfolgt die spätere Umsetzung der Kobel als unterstützende Schutzmaßnahme in jedem Fall. (ib/rey)

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