Arbeiterwohlfahrt Kassel baut für 6,2 Millionen Euro Altenheim in Heringen

Harter Kampf für Senioren

Baustart in Heringen: Für das neue AWO-Altenzentrum an der Fuldischen Aue nahmen Carsten Grill (Projektmanager DAL), Gerhard Rudolph (ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter), Elke Künholz (1. Kreisbeigeordnete), Bürgermeister Hans Ries, Helmut Jordan (AWO-Kreisvorsitzender Hersfeld-Rotenburg) und Michael Schmidt (Geschäftsführer AWO-Nordhessen) (von links) ihre neuen Spaten in die Hand. Im Hintergrund schaute sach- und fachkundiges Publikum zu. Foto: Konopka

Heringen. Der Bau eines 6,2 Millionen Euro teuren Altenheims der Arbeiterwohlfahrt Nordhessen (AWO) mit 69 Betten an der Fuldischen Aue in Heringen nimmt seit gestern konkrete Formen an. Denn mit dem offiziellen Spatenstich haben nun die Bauarbeiten begonnen. In den vergangenen Wochen war das Gelände gerodet und vom Unrat befreit worden. Aber bis dahin war es ein steiniger Weg.

Immer wieder hatte sich das Projekt verzögert. Zuletzt wegen naturschutzrechtlicher Bedenken. Eigentlich wollte die AWO schon im Oktober vergangenen Jahres mit dem Bau des Altenheims beginnen.

Doch nach einer Ortsbesichtigung hatte Mitte 2013 ein Umwelt- und Naturschutz-Fachmann des Regierungspräsidiums in Kassel herausgefunden, dass sich auf dem 5000 Quadratmeter großen Areal mitten im alten Ort sicherlich Fledermäuse, Zauneidechsen sowie seltene Vögel und Insekten wohlfühlen würden. Einen Abriss des dortigen Fachwerkhauses sowie das Aufräumen im Gelände würde er daher aus naturschützerischen Gesichtspunkten verbieten.

Strich durch die Rechnung

Bereits seit 2006 war Bürgermeister Hans Ries bestrebt, einen Abriss der Gebäudekomplexe des einstigen Anwesens Axt zu erwirken. Damals hatte immer wieder der Denkmalschutz der Stadt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Selbst, als im Jahr 2006 einige Bauten in sich zusammengebrochen waren, wurde weiterhin das Haupthaus als schutzwürdig deklariert. Mit schweren Balken wurde es vor dem Einsturz bewahrt. Immerhin war das Haus, das weder über fließendes Wasser noch eine Toilette verfügte, noch bis Januar 2009 von einem älteren Mann bewohnt worden.

Nach dessen Tod hatte die Stadt immer wieder den Denkmalschutz davon zu überzeugen versucht, dass auch die letzten Gebäude verschwinden müssten. Zunächst ohne Erfolg. Daraufhin machten die Stadtpolitiker ihrerseits Nägel mit Köpfen und beschlossen im Juni 2011 im Bedarfsfall das große Areal von einer Erbengemeinschaft zu erwerben, um es für den Bau eines Seniorenheims zu sichern. Dafür waren 186 000 Euro außerplanmäßig bereitgestellt worden.

Anfang 2013 hatte dann auch die Denkmalbehörde ein Einsehen und hob den Schutz auf. Damit waren die Probleme aber noch nicht endgültig gelöst. Bevor gestern der erste Spatenstich gesetzt werden konnte, musste zunächst noch die Stellungnahme des Regierungspräsidiums in Sachen Natur- und Umweltschutz aus dem Jahr 2013 zurückgezogen werden.

Das neue Heringer Altenheim der Arbeiterwohlfahrt Nordhessen soll im kommenden Frühjahr bezugsfertig sein.

Von Mario Reymond

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