K+S-Standort Wintershall: 50-Tonnen-Verdampfer wird passgenau eingesetzt

Am Haken des Riesen

50 Tonnen schwer ist dieser Verdampfer, der am K+S-Standort Wintershall am Haken eines 800-Tonnen-Krans hängt. Foto: Reymond

Heringen. In strahlendem Orange lugt der gewaltige Kran der Firma Wiesbauer über und zwischen den Gebäuden auf dem Standort Wintershall des Kaliwerkes Werra hervor. In ganz Deutschland gibt es nur knapp eine Handvoll dieser Kräne. 40 Schwertransporte waren nötig, um den Kran in Heringen anzuliefern. Am Haken hat der spektakuläre 800-Tonnen-Gittermast-Kran mit einer Hakenhöhe von bis zu 100 Metern eine ebenso gewaltige „Fracht“: einen Verdampfer – über 50 Tonnen schwer, mit einem Durchmesser von sechseinhalb Metern und fast 16 Meter hoch.

Doch fast scheint es so, als ob der mächtige Verdampfer wie schwerelos in der Luft schwebt. In bis zu 35 Metern Höhe bugsiert der Kranfahrer den Koloss im Zeitlupentempo und sehr behutsam im engen Raum über die umstehenden Gebäude hinweg. Anschließend setzt der Riese den Verdampfer passgenau in den vorgesehenen Platz auf der dritten Etage eines Neubaus – der Erweiterung der Eindampfanlage (EDA). Sie ist Teil des Maßnahmen-Paketes zum Gewässerschutz, für das K+S im Oktober 2011 den Startschuss gegeben hat. K+S investiert 360 Millionen Euro in Neubaumaßnahmen, Verfahrensoptimierungen und Anlagenerweiterungen auf den drei Produktionsstandorten, um das Salzabwasser aus der Kaliproduktion bis 2015 zu halbieren: Unter anderem entstehen in Unterbreizbach die Kalte Vorzersetzung, in Hattorf eine ESTA-Anlage und in Wintershall die Kieseritflotation.

Allein die Erweiterung der Eindampfanlage in Wintershall kostet das Unternehmen 35 Millionen Euro. Und so funktioniert sie: Aus einer Salzlösung, die ansonsten zu entsorgen ist, wird das Doppelsalz Kainit hergestellt, welches dem Produktionsprozess wieder zugeführt wird. Durch den Betrieb dieser Eindampfanlage wird die Umwelt um 400 000 Kubikmeter Abwasser jährlich entlastet.

Das Gebäude für die EDA-Erweiterung ist 32 Meter tief, 25 Meter breit und 35 Meter hoch. Seit November 2012 ist das Gebäude im Bau. Ende Februar dieses Jahres wurde der Betonbau fertiggestellt, danach startete der Stahlbau. Für das Einheben der Großkomponenten mit dem 800-Tonnen-Kran wurden die Stahlbauarbeiten unterbrochen. Bis Mitte Juni soll der Stahlbau fertiggestellt sein. Parallel werden jetzt eine neue Kühlturmanlage und Rohrbrücken gebaut. Für Ende des Jahres ist bereits ein Testbetrieb für die Eindampfanlage vorgesehen, berichtet Projektingenieur Heiko Spaniol.

Ebner ist Generalunternehmer

Die Firma Ebner aus Eiterfeld ist der Generalauftragnehmer für den Anlagenbau. Sie hat in Kooperation mit K+S die Anlage ausgelegt, zahlreiche Komponenten selbst gefertigt und Aufträge an die Firmen Messer aus Lengers und HAW Linings aus Bockenem vergeben. Hauptauftragnehmer für den Rohbau ist die Firma Räuber aus Bad Hersfeld und für den Stahlbau die Firma Butzkies aus Krempe bei Hamburg. (ib/rey)

50-Tonnen-Verdampfer wird passgenau eingesetzt

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