Motzfeld feierte am Wochenende das 1250-jährige Bestehen des Ortes mit vielen Gästen

Die „Habetze“ wissen zu feiern

Geschickt: Barbara Leister pflegt das Korbflechter-Handwerk. Fotos: Landsiedel

Motzfeld. Bei hochsommerlichen Temperaturen – der Wetterbericht sprach auch von „extremer Hitze“ – feierte der Friedewalder Ortsteil Motzfeld am vergangenen Wochenende sein 1250-jähriges Bestehen. Nach der Disco mit den „Partymakers“ im Festzelt am Freitagabend und dem großen Festkommers am Samstagabend mit dem Ringbergecho erlebten die Jubiläumsfeierlichkeiten am Sonntag mit dem „stehenden Festzug“ ihren Höhepunkt.

Viele fleißige Helfer

Bereits um acht Uhr am Morgen waren rund um den Festplatz fleißige Helfer vom Heimatverein dabei, die letzten Vorbereitungen für den großen Tag zu treffen. „Für die rund 270 Einwohner stellt die Organisation einer solchen Feierlichkeit schon einen Kraftakt dar“, unterstrich dann auch der Friedewalder Bürgermeister Dirk Noll im Gespräch mit unserer Zeitung. Pünktlich um 10 Uhr begann der Festsonntag mit einem Zeltgottesdienst, musikalisch in bewährter Weise umrahmt vom Schenklengsfelder Posaunenchor. Angesichts der drückenden Hitze im Festzelt merkte Pfarrerin Julia Niedling zu Beginn des Gottesdienstes an, dass sie sich anlässlich ihrer Einführung als Pfarrerin schon bewusst war, dass sie ein mitunter auch schweres Amt antritt. Dies sei ihr heute in dem Moment noch einmal bewusst geworden, als sie im Zelt ihren Talar angezogen habe.

Parallel zum Gottesdienst bot der NABU unter der fachkundigen Leitung von Ewald Sauer vom Biosphärenreservat Rhön eine naturkundliche Exkursion zum Dreienberg an. Rund 20 Interessierte erfuhren während der rund zweistündigen Führung vieles über die zum Teil bedrohte heimische Flora und Fauna.

Ab 11 Uhr bot der „stehende Festzug“ viele Attraktionen für Jung und Alt. Beim Bogenschießen mit den „Silent Hunters“, dem Schießen mit Luftgewehr und Pistole sowie beim Torwandschießen war Treffsicherheit gefragt. Die Freiwillige Feuerwehr zeigte modernes und historisches Gerät und informierte mit einem Demonstrationsmodell über Rauchmelder. In zwei „Kulturscheunen“ konnten Gemälde und Schnitzereien bewundert werden, die Künstler standen gerne für Erläuterungen und Fragen bereit. Die Theatergruppe erweckte in kurzen Bühnenstücken Anekdoten aus der Vergangenheit zum Leben und erntete dafür viel Applaus. Besonderes Interesse fand eine Fotoausstellung im Dorfgemeinschaftshaus, in der Fotos von einst und jetzt gegenübergestellt wurden.

Bestens vorbereitet

Dass die Motzfelder auch die Verpflegung ihrer Gäste bestens organisiert hatten, stand selbstverständlich außer Frage. Von Grillspezialitäten über Pastagerichte, Ploatz und Pizza bis hin zum Hähnchengrill war für jeden Geschmack etwas dabei. Im Dorfgemeinschaftshaus war die Kaffeetafel mit selbstgebackenen Kuchen und Torten bestens bestückt. Am Nachmittag fand insbesondere bei den jungen Naschkatzen erfrischendes „Bauernhofeis“ reißenden Absatz. Bleibt als Resümee nur festzuhalten: Die Motzfelder oder „Habetze“, wie sie sich selbst nennen, wissen zu feiern!

Von Thomas Landsiedel

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