Weiter Kritik an Mastbetrieb in Hillartshausen

Grüne wollen die Hühner sehen

Kaya Kinkel

Friedewald. Nach der Vorstellung des lange umstrittenen Hähnchenmastbetriebes in Hillartshausen durch die Betreiber-Familie Weitz am vergangenen Wochenende (wir berichteten) möchten die Grünen Kreistagsabgeordneten und Landtagsdirektkandidaten Kaya Kinkel und Jörg Althoff den Hähnchenstall auch im Vollbetrieb und kurz vor dem Ende der ersten Mastperiode von 40 Tagen besichtigen. In einer Pressemeldung bitten sie darum, Hans-Jochen Weitz bei einem seiner Kontrollgänge durch den Stall begleiten zu dürfen.

Die beiden Grünen-Politiker fürchten vor allem Probleme beim Verladen und Einfangen der Tiere durch Fremdfirmen. Sie sorgen auch um eine mögliche Zusammenarbeit mit Firmen, die osteuropäische Arbeitskräfte zu Dumpinglöhnen beschäftigen, was durch den hohen Preisdruck nicht unüblich in der Branche sei. Zudem sei auch das Schlachthaus der Rothkötter-Gruppe im niedersächsischen Wieke nicht unumstritten, heißt es in der Stellungnahme. Dort würden pro Stunde 27 000 Tiere getötet und weiter verarbeitet. „Damit sind die 54 000 Hähnchen aus Hillartshausen in zwei Stunden erledigt“, erklären Althoff und Kinkel.

Angesichts der sich häufenden Lebensmittelskandale, die auch Resultat der Massentierhaltung sind, sei es notwendig, solche Haltungsformen zu überdenken. Die Grünen fordern außerdem schon seit längerem eine Anpassung des Baugesetzbuches für das Bauen im Außenbereich. Die „Privilegierung“ solcher Großmast-Betriebe müsse beendet werden. Tierhaltung müsse vielmehr flächengebunden sein, damit ein ausgewogenes Verhältnis von Tierzahl zur Futterfläche besteht. (red/kai)

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