Die Rolle von K+S als Arbeitgeber und Verursacher von Umweltproblemen diskutiert

Grüne auf dem weißen Berg

Hoch hinauf: Der Kreisverband Hersfeld-Rotenburg der Grünen hatte zur Haldenbesteigung nach Heringen eingeladen. Foto: nh

Heringen. 182 Millionen Tonnen Salz auf 89 Hektar und stündlich kommen 800 Tonnen hinzu – der 520 Meter hohe Monte Kali bei Heringen ist ein Berg der Superlative.

Bündnis 90/Die Grünen wollten sich davon selbst ein Bild machen. Der Kreisverband Hersfeld-Rotenburg hatte deshalb zu einer Besteigung des Monte Kali eingeladen. Mit dabei waren Sigrid Erfurth, zuständig in der grünen Landtagsfraktion für das Thema „salzfreie Werra“, Landtagsdirektkandidat und Mitglied des Runden Tisches „Schutz von Werra/Weser und Kaliproduktion“ Jörg Althoff, Bundestagsdirektkandidat Armin Jung und die Landtagskandidatin für den Wahlkreis Rotenburg, Kaya Kinkel.

Mit einem Führer des Kalimuseums Heringen ging es steil hinauf bis auf das Haldenplateau, dabei erfuhren die Besucher viel zur Geologie und Geographie, aber auch zur Kaliproduktion selbst.

Zur Sprache kamen die Rolle von K+S als wichtiger und großer Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb, aber natürlich auch die Umweltprobleme, die durch die salzhaltigen Abwässer aus der Kaliproduktion und durch Niederschläge auf die Rückstandshalden entstehen. „Uns geht es darum, Umweltschutz und Erhalt von Arbeitsplätzen in Einklang zu bringen“, betont Jörg Althoff.

Zur Verbesserung der Wasserqualität von Werra und Weser und zum Schutz des Trinkwassers setzen sich die Grünen für den Bau einer Fernleitung zur Nordsee ein. „Die Forderung des CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Heiderich nach einer Pipeline, die an der Oberweser endet, verkennt völlig den Umfang der Verschmutzung beider Flüsse durch die Abwässer der Kali-Industrie. Damit würde nur das Problem verschoben. Im Übrigen lehnt auch die CDU im Landkreis Kassel die Oberweserpipeline ab“, kritisiert der Bundestagskandidat Armin Jung die Äußerungen seines CDU-Kollegen.

Derzeit dürfen pro Jahr zehn Millionen Kubikmeter Salzabwasser in die Werra eingeleitet und sechs Millionen Kubikmeter Salzabwasser in den Untergrund verpresst werden. Ab dem Jahr 2016 darf die Einleitmenge in die Werra noch acht Millionen Kubikmeter pro Jahr betragen. Das ist Teil eines 360 Millionen Euro teuren Maßnahmenpaketes zum Umweltschutz, das K+S auf Druck von Anrainerländern, Umweltverbänden und Grünen ins Leben gerufen hat. Jörg Althoff betont ausdrücklich: „Die Arbeitsplätze in der Kali-Industrie lassen sich nur erhalten, wenn künftig die Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie eingehalten werden und die Verpressung in den Untergrund spätestens bis zum 30. November 2015 unwiderruflich beendet wird“.

Nur ein erster Schritt

Das Maßnahmenpaket sei ein erster Schritt, reiche aber nicht aus. „Die Grünen fordern K+S auf, für eine nachhaltige Lösung endlich die Antragsunterlagen zum Bau einer Fernleitung zur Nordsee den zuständigen Behörden vorzulegen. Termin war Ende 2010“, erklärt Althoff abschließend.

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