Ministerpräsidentin informiert sich in Unterbreizbach über das Unglück bei K+S

Der Grubenbetrieb ruht

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht legte vor dem Werkstor am Schacht 2 einen Kranz nieder. Die Regierungscheffin hatte den Unglücksort mit dem K+S-Vorstandsvorsitzenden Norbert Steiner und Werksleiter Dr. Rainer Gerling (von links) besucht. Foto: Hartmann

Unterbreizbach. Der Grubenbetrieb am Schacht II in Unterbreizbach ruht. Einen Tag nach dem durch ein Gewinnungssprengen ausgelösten Kohlensäure-Ausbruch, bei dem unter Tage drei Bergleute ums Leben gekommen waren (wir berichteten), ist am thüringischen K+S-Standort des Werkes Werra noch lange nicht an einen normalen Arbeitsalltag zu denken. „Wir werden noch Tage bis wenige Wochen brauchen, bevor wir wissen, wann es wirklich weitergehen kann“, erklärte Werksleiter Dr. Rainer Gerling während einer Pressekonferenz, zu der K+S am Mittag am Schacht II geladen hatte.

Mit dabei war neben dem K+S-Vorstandsvorsitzenden Norbert Steiner auch die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Sie zeigte sich persönlich erschüttert vom Tod der drei Bergleute. Mit ihrem Besuch am Unglücksort wollte sie den Hinterbliebenen der Opfer, aber auch der gesamten K+S-Belegschaft ihre Anteilnahme ausdrücken.

„Dieses Unglück hat nicht nur die Bergleute und die Region, sondern ganz Thüringen erfasst. Mit meiner Anwesenheit möchte ich auch dokumentieren, dass wir hinter der Bergbautradition stehen“, führte die Ministerpräsidentin weiter aus. Zudem versprach sie eine Gedenkfeier, um gemeinsam trauern zu können.

Zu dem Unglück selbst wollte sich Lieberknecht nicht äußern: „Das Bergamt und das Landeskriminalamt haben die Ermittlungen übernommen. Das Geschehene muss jetzt in aller Nüchternheit und Klarheit aufgearbeitet werden“.

Nach dem Grubenunglück: Trauer in Unterbreizbach

K+S-Vorstandsvorsitzender Steiner sicherte den Hinterbliebenen Unterstützung zu und dankte allen Rettungskräften für ihren Einsatz. „Es ist ein Augenblick, um innezuhalten“, sagte er.

Die Grubenwehr ist in Unterbreizbach derzeit im Einsatz, um den betroffenen Grubenbetrieb wieder zu belüften. Das Besucherbergwerk im benachbarten Merkers bleibt zunächst ebenfalls geschlossen. Die Vorbereitungen für weitere Verwahrungsarbeiten im dortigen Grubenbetrieb ruhen vorübergehend.

- Mehr zum Grubenunglück lesen Sie hier.

Bei dem Unglück am Dienstagmittag waren unglaubliche Gasmengen ausgetreten. Die Druckwelle war so stark, dass selbst am elf Kilometer von der Sprengung entfernten Schacht I in Unterbreizbach riesige Staubwolken ausgetreten waren. Die drei toten Kumpel hätten sich in etwa sieben Kilometer Entfernung zum Sprengort aufgehalten, als sich das Unglück ereignete.

Durch die starke Druckwelle habe sich das Gas in sekundenschnelle im gesamten Tunnelsystem verteilt. Die drei Bergleute hätten lediglich ein paar Sekunden Zeit gehabt, um ihre Selbstretter anzulegen, erklärte Werksleiter Gerling. Wie die Männer tatsächlich zu Tode gekommen sind, konnte er nicht mit absoluter Gewissheit sagen. Nach wie vor ist nicht auszuschließen, dass die Männer vielleicht doch durch die wuchtige Druckwelle ums Leben gekommen sind.

Von Mario Reymond

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