Bürgermeister wartet die Vertrauensfrage ab

Gröll will jetzt kein Öl ins Feuer gießen

Friedewald. Martin Gröll, seit dem 10. März 2003 Bürgermeister der Gemeinde Friedewald, geht davon aus, dass ihm die Gemeindevertretung in der Sitzung am Dienstag, 8. Mai, das Vertrauen verweigern wird. Er hätte dann offiziell am Donnerstag, 31. Mai, seinen letzten Arbeitstag im Rathaus. Regulär würde Grölls zweite Amtszeit am 9. März 2015 enden.

Bis nach der außerordentlichen Sitzung am 8. Mai will Gröll keinerlei Angaben zu seinen Beweggründen machen. „Ich möchte im Vorfeld nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen“, erklärte er gestern auf telefonische Nachfrage.

Einen Tag nach nach seiner zu erwartenden Demission will er alle Unterlagen ordentlich an den Ersten Beigeordneten Klaus Kraft (SPD) übergeben. „Wie die politischen Gremien mit den Inhalten einiger dieser Ordner umgehen werden, ist dann deren Sache“, erklärte Gröll.

Tatsächlich sind in der Dreienberggemeinde einige grundlegende Dinge – wegen unterschiedlicher Auffassung von Bürgermeister und Parlamentariern – noch nicht endgültig aufgearbeitet worden. So beispielsweise das schwebende Verfahren zwischen der Kommune und der Frankfurter Blumenauer/Weigand GbR wegen undurchsichtiger Grundstücksgeschäfte im Friedewalder Gewerbegebiet aus dem Jahre 2000. Ein Gütetermin in dieser Angelegenheit vor dem Landgericht Fulda ist bereits mehrfach verschoben und jetzt auf den 31. Mai terminiert worden.

Eigentlich müsste Gröll an dieser Verhandlung noch als Bürgermeister Friedewalds teilnehmen. Doch aller Voraussicht nach wird es dazu nicht kommen. Der Gütetermin wird wohl noch ein weiteres Mal im Kalender weiter nach hinten gesetzt.

Seine Zukunft lässt er offen

Wie Grölls weiterer beruflicher Werdegang ab dem 1. Juni aussehen wird, darüber mochte der amtierende Friedewalder Bürgermeister gestern keine definitiven Angaben machen. „Ich werde sicherlich eine Tätigkeit ausüben, bei der ich so viel Geld verdiene, damit ich der Gemeinde Friedewald nicht auf der Tasche liege.“ Die Frage, ob er dann mit seiner Frau und seinem Sohn aus Motzfeld wegziehen muss, ließ er offen: „Das werden wir dann gemeinsam entscheiden.“

Von Mario Reymond

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