Wochenendporträt: 32 Jahre alte Spanierin findet bei K+S ihren Traumjob

Glücklich unter der Erde

Gleich geht’s los: Grubenbetriebsassistentin Cort Montagut in der Lampenstube kurz vor der Einfahrt in den Kalischacht. Foto: Reymond

Sünna. Viele Spanier zieht es wegen der wirtschaftlichen Not im eigenen Land in die Fremde. Doch nicht alle, die ihrer Heimat den Rücken kehren, tun dies aus finanziellen Gründen. Die 32 Jahre alte Cort Montagut aus der Nähe von Barcelona machte sich 2011 auf den Weg nach Deutschland, um hier ihren Traumjob zu finden.

Nach ihrem fünfjährigen Tunnel- und Bergbau-Studium an der UPC Manresa wollte die Ingenieurin nicht länger in ihrem Heimatland im Tunnelbau tätig sein. Sie wollte viel lieber unter die Erde. Ihre Diplomarbeit hatte sie schon in Deutschland am Institut für Technologieentwicklung der Hochschule Zittau geschrieben. Thema: Kalibrieren von Feuchtigkeits-Mess-Sensoren.

Ziel ihres ersten großen Deutschlandaufenthalts war Berlin. „Von dort aus versuchte ich Fuß zu fassen. Ich wollte mich mit meinem Englisch durchschlagen“, erklärt die 32-jährige Katalanin. Doch mit dem Job wurde es vorerst nichts. Die fehlenden Sprachkenntnisse waren es, die eine erste Bewerbung bei der K+S Gruppe in Kassel scheitern ließen.

Erfolgreicher war Cort Montagut während ihrer Berliner Zeit auf dem zwischenmenschlichen Sektor. Dort lernte sie ihren heutigen Lebenspartner Andreas kennen, mit dem sie mittlerweile eine Fernbeziehung führt. Die beiden sehen sich nur an den Wochenenden, da er in Berlin geblieben ist. Er arbeitet bei Siemens und schreibt gerade an seiner Masterarbeit.

Doch auch in Sachen Berufswunsch gab Cort Montagut nicht auf und absolvierte einen sechsmonatigen Intensivkurs Deutsch in der Bundeshauptstadt. Und der war sehr erfolgreich. Denn im März 2012 machte sie sich wieder von Berlin auf den Weg nach Kassel, um sich abermals bei K+S zu bewerben. Diesmal klappte es und die 32-Jährige wurde zunächst im Mai 2012 für sechs Monate im Werk Zielitz als Praktikantin eingestellt, um die Fachsprache des Kalibergbaus zu erlernen. Dabei durchlief die Spanierin das komplette dortige Kaliwerk. Im November vergangenen Jahres begann für Cort Montagut die Zeit als Nachwuchs-Ingenieurin.

Im Juli ist sie schließlich an den Standort Unterbreizbach, der zum Werk Werra gehört, gewechselt. Dort ist sie in der Nähe von Sünna am Schacht 2 unter Tage als Grubenbetriebsassistentin – bei den Männern spricht man von Steiger – eingesetzt.

Ausnahme-Frau

Im gesamten Werk Werra gibt es neben Cort Montagut nur noch eine weitere Frau in dieser Position. Als Grubenbetriebsassistentin trägt sie bei der täglichen Arbeit viel Verantwortung für ein Team von bis zu zehn Bergleuten. Dabei gilt es nicht nur, die täglich vorgeschriebene Rohsalzmengenförderung zu erreichen, sondern auch die Sicherheit der Bergleute zu gewährleisten. „Es gefällt mir, dass bei K+S die Sicherheit der Mitarbeiter an oberster Stelle steht“, merkt Cort Montagut an.

Ihr sogenannter Trainee-Vertrag läuft im Oktober 2014 aus. Cort Montagut hofft aber darauf, dass es danach bei K+S eine Zukunft für sie gibt. „Ich habe mein Leben hier gebaut und fühle mich sehr wohl. Nur den Fisch vermisse ich ein wenig. Wenn ich in die Heimat möchte, setze ich mich in einen Flieger und bin in zwei Stunden in Barcelona bei meiner Familie“. zur person

Von Mario Reymond

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