Mitglieder der Initiative Weiße Zone Rhön verärgert

Verein Weiße Zone Rhön: Funkanlage am Soisbergturm gefährdet gesundes Wohnen

Mansbach. Die Zielsetzung des Vereins „Weiße Zone Rhön“, in Gebäuden in Mansbach mit relativ niedriger Strahlenbelastung Wohnraum für elektrosensible Menschen zu schaffen, besteht weiterhin.

„Gesundes Wohnen ohne Elektrosmog in Mansbach“ heißt dieses Vorhaben. Jedoch steht diesem nun seit einigen Wochen eine Tetra-Funkanlage im Weg, die am Soisbergturm installiert worden ist.

Die Anlage wird beispielsweise für den aktuell einzuführenden Digitalfunk bei der Feuerwehr benötigt. Und da kommt Hohenrodas Bürgermeister Andre Stenda ins Spiel, der einerseits natürlich der Initiative helfen möchte, aber andererseits auch die Sicherheit der Menschen in seiner Gemeinde gewährleistet haben möchte. „Als Bürgermeister stehe ich da in der Pflicht“, sagt Stenda. Für ihn steht die uneingeschränkte Erreichbarkeit per Funk für seine Feuerwehrkräfte an oberster Stelle. Doch natürlich versteht er auch die Sorgen der elektrosensiblen Menschen.

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Aus diesem Grund möchten er und Weiße Zone Rhön-Vorstandsmitglied Klaus Schuhmacher einen runden Tisch einberufen, an dem seine Initiative, die Gemeinde Hohenroda, die Bürgerinitiative Soisbergturm, Verantwortliche für den Behördenfunk und eventuell die Marktgemeinde Eiterfeld, auf deren Boden der Aussichtsturm steht, sitzen sollen.

Andre Stenda

„Vielleicht gibt es ja noch die Möglichkeit, einen anderen Standort für die Tetra-Anlage zu finden. Mit dem Behördenfunknetz auf dem Soisberg wäre die Region Mansbach für uns definitiv nicht mehr interessant“, erklärt Schuhmacher. Zwischen 100 bis 200 elektosensible Menschen hätte er an der Hand, die sofort in ein strahlenarmes Mansbach ziehen würden. „Jetzt mit dieser Antenne, die den ganzen Tag über strahlt, bekomme ich natürlich niemanden mehr hierher“, führt Schuhmacher weiter aus.

Bis zur Installation der Tetra-Anlage am Soisbergturm sei die Strahlenbelastung durch Mobilfunk und Sendemasten in Mansbach vergleichsweise gering gewesen. Das geht aus einem Gutachten des Kölner Fachinstituts für elektromagnetische Verträglichkeit zur Umwelt (EMF) hervor.

Dieses Gutachten war im August 2013 vor dem Hintergrund erstellt worden, Mansbach für elektrosensible Menschen als passenden Wohnort auszuweisen.

Nach Einschätzung von Dr. Peter Nießen (EMF) wären im Ort insbesondere das Gelbe und das Rote Schloss mit ihren dicken Mauern bestens geeignet für strahlenanfällige Menschen. Die Gebäude befinden sich beide im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland.

Doch gerade für das Gelbe Schloss interessiere sich mittlerweile auch ein Kunstprojekt, wie Bürgermeister Stenda zu berichten weiß.

Doch das schockt Klaus Schuhmacher nicht, denn die interessierten Menschen würden auch zur Miete ziehen oder eine eigene Immobilie bauen wollen. Nur müsste dafür die Region noch wesentlich strahlenärmer werden.

Von Mario Reymond

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