Grüne und Bürgerliste verteidigen Kindergartengebühren in Schenklengsfeld

Die gesetzlichen Vorgaben erfüllen

Elternprotest: Während der Gemeindevertretersitzung am 30. September wurden die Vertreter von Grünen und Bürgerliste von den aufgebrachten Eltern als Abzocker bezeichnet. Foto: Reymond

Schenklengsfeld. In einer gemeinsamen Presseerklärung verteidigen die im Schenklengsfelder Gemeindeparlament vertretenen Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und die Bürgerliste ihre Entscheidung für höhere Kindergartengebühren.

Danach beliefen sich die laufenden Kosten im vergangenen Jahr auf 650 000 Euro. Dem hätten lediglich Einnahmen von 276 000 Euro gegenübergestanden. Das Defizit von 374 000 Euro habe auf Kosten aller Schenklengsfelder Bürger von der Gemeinde ausgeglichen werden müssen. Durch die neue Kinderkrippe erhöhten sich die Kosten nochmals massiv. So seien alleine zusätzliche Personalkosten von 178 000 Euro pro Jahr oder 750 Euro pro Krippenkind im Monat zu verkraften. Hinzu kämen noch Kosten für Strom, Heizung, Zinsen und Gebäudeunterhaltung, sodass die Gesamtkosten für die Kindergartengebühren auf mindestens 890 000 Euro pro Jahr ansteigen würden. „Wer hier als Gemeindevertreter weiterhin für eine Gebührenbefreiung eintritt, handelt verantwortungslos gegenüber der Haushaltslage und zukünftiger Generationen“, erklärt Torsten Scherp – selbst dreifacher Familienvater – für die Bürgerliste.

Anpassung vor acht Jahren

Nach der ersten Anpassung nach acht Jahren, betrage die Gebühr für einen ganztägigen Betreuungsplatz nunmehr 120 Euro im Monat. Hierfür erhielten die Eltern in Schenklengsfeld eine Kinderbetreuung von bis zu neuneinhalb Stunden täglich. In vergleichbaren Gemeinden betrage die monatliche Gebühr durchschnittlich 166 Euro.

 „Wir haben auch die gesetzliche Vorgabe zu erfüllen, dass mindestens 33 Prozent der Kosten eines Kindergartens und einer -krippe durch laufende Einnahmen – inklusive Zuschüssen – gedeckt sein müssen. Hierüber wacht der Landesrechnungshof“, stellt Scherp weiter fest.

Ein Spagat

Die Anpassung der Kindergartengebühren erfolge in einem Spagat zwischen Augenmaß gegenüber den Eltern und Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Gesamtbevölkerung. Denn nicht nur Eltern von Kindergartenkindern, sondern auch Eltern von Schulkindern, Jugendliche, Senioren und viele mehr hätten einen gewissen Anspruch auf Lebensqualität. „Wenn in diesem Zusammenhang die Anschaffung einer Rutsche im Schwimmbad verurteilt wird, so sollten sich die kritisierenden jungen Familien fragen, für wen diese Rutsche angeschafft wurde?“, führt der Kommunalpolitiker der Bürgerliste weiter aus. Wäre das Schwimmbad in den vergangenen Jahren nicht für über eine Million Euro saniert worden, hätte man es schließen müssen. „Wäre dies eine Politik für junge Familien gewesen?“, fragt Scherp.

Es sei den Vertretern der beiden Fraktionen von Grünen und Bürgerliste sehr wohl klar, dass jungen Familien finanziell sehr viel abverlangt würde. In den kommenden Jahren müssten ohnehin alle Bürger der Gemeinde Schenklengsfeld von höheren Belastungen ausgehen. (red/rey)

Kommentare