Dinkelrode feierte seinen 775. Geburtstag mit einem bunten Fest für Groß und Klein

Gemeinsam in die Zukunft

Lecker: Bauernbrot frisch aus dem Backofen.

Dinkelrode. Die Frühlingssonne strahlte am 1. Mai mit den Dinkelrödern, allen voran Ortsvorsteher Joachim Pankow, um die Wette. Am Abend zuvor hatte es noch bange Gesichter gegeben, als bei starkem Regen das Wasser am einen Ende des Zeltes hinein und am anderen Ende wieder hinauslief. Umso mehr freute sich der umtriebige Ortsvorsteher, bei bestem Wetter zahlreiche Ehrengäste zum 775-jährigen Ortsjubiläum begrüßen zu können.

Zum Auftakt des Jubiläumstages hielt Pfarrerin Marie-Therese Eckardt, musikalisch begleitet vom Posaunenchor Schenklengsfeld, den Festgottesdienst. „Dorfgemeinschaft kann der Himmel auf Erden sein, aber auch die Hölle“ führte sie in ihrer Predigt aus, um gleich darauf festzustellen: „Die Dinkelröder haben eine tolle Dorfgemeinschaft und damit den Himmel auf Erden“.

Herausforderungen meistern

Bürgermeister Stefan Gensler blickte in seinem Grußwort auf die vor kurzem erfolgte Straßensanierung zurück und lobte die Dinkelröder für ihr Engagement bei der Sanierung der dörflichen Infrastruktur, die fast ausschließlich in Eigenleistung erfolgt sei. Dem konnte sich die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz nur anschließen. Die gut zusammengewachsene Dorfgemeinschaft werde zweifellos auch die Herausforderungen der Zukunft meistern. Gemeinsam mit Gensler verlieh sie anschließend den Ehrenbrief des Landes Hessen an Jürgen Jackel, Helmut Knittel sowie an Joachim Pankow. Zuvor hatte der Bürgermeister bereits verdiente Dinkelröder mit Ehrenplaketten der Gemeinde ausgezeichnet.

Im Namen der hessischen Landesregierung überbrachte Künholz den Dinkelrödern die „Freiherr-vom-Stein-Urkunde“, die Städten und Gemeinden, die auf ein mindestens 750-jähriges Bestehen zurückblicken, verliehen werden kann. Zum Abschluss des „offiziellen Teils“ wurden in einem launigen Frage-Antwort-Spiel interessante Einzelheiten aus der frisch erstellten Ortschronik vorgestellt. So war unter anderem zu erfahren, dass fünf Dinkelröder am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teilgenommen hatten.

Anschließend gab es rund um den Dorfplatz ein buntes Markttreiben, im Dorfheim gab es eine Ausstellung mit historischen Fotos zu sehen. Kutschfahrten, Torwandschießen und ein Jugger-Turnier ließen auch bei den kleinen Gästen keine Langeweile aufkommen. Großer Andrang herrschte an den Ständen, an denen Grillspezialitäten, Zwiebelkuchen oder Kaffee und Kuchen angeboten wurden. Im Festzelt spielte das Ringberg-Echo zum Tanz auf.

Am Nachmittag machte dann auch die heimische Polit-Prominenz, die zuvor ihren Verpflichtungen auf den Mai-Kundgebungen im Landkreis nachgekommen war, dem zweitältesten Schenklengsfelder Ortsteil ihre Aufwartung. Staatsminister Michael Roth (SPD) berichtete in seinem Grußwort von seinen Erfahrungen beim Heidelbeerpflücken mit seiner Oma in den Dinkelröder Wäldern und versprach, gemeinsam mit den Dinkelrödern im Herbst einen von ihm gestifteten Baum zu pflanzen. Bundestagsabgeordneter Helmut Heiderich (CDU) hat ebenfalls Verbindungen zu Dinkelrode, schließlich stammt seine Frau aus dem Örtchen: „Sie sehen, die große Koalition funktioniert.“ Auch der Landtagsabgeordnete Torsten Warnecke (SPD) ließ es sich nicht nehmen, die Dinkelröder zu beglückwünschen. Er übergab dem Ortsvorsteher einen Scheck und lud zu einem Besuch des Hessischen Landtags nach Wiesbaden ein.

Von Thomas Landsiedel

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