Richtfest für die Anlage zur abwasserneutralen Kaliproduktion in Unterbreizbach

Gekrönte Kaltversetzung

Großer Andrang herrschte gestern beim Richtfest für die Anlage zur Kalten Vorzersetzung am Kalistandort Unterbreizbach. Foto: T. Klemm

Unterbreizbach Seit gestern thront die Richtkrone auf einem weiteren Großprojekt der K+S Kali GmbH zur Verbesserung des Gewässerschutzes. Am Werksstandort Unterbreizbach wurde nach Beendigung der Stahlbauarbeiten das Richtfest für die Anlage zur Kalten Vorzersetzung (KVZ) gefeiert. Werksleitung und Betriebsrat nutzten diese Gelegenheit nicht zuletzt dazu, die Strategie des Düngemittelkonzerns in Umweltfragen zu verteidigen.

„Wir wollen die Auswirkungen des Bergbaus auf die Umwelt, die nun einmal notwendig sind, so gering wie möglich halten“, betonte der Leiter des Kaliwerkes Werra, Dr. Rainer Gerling. „Wir halten in Sachen Gewässerschutz Wort und liegen mit der Umsetzung der umfangreichen Maßnahmen im Zeitplan.“ Im Oktober 2011 wurde der Startschuss für das 360-Millionen-Euro-Maßnahmepaket gegeben. Bis 2015 will K+S die Salzabwassermenge auf durchschnittlich sieben Millionen Kubikmeter pro Jahr halbieren, um Werra und Weser von Salzfracht zu entlasten.

Allein für die Installierung der Kalten Vorzersetzung auf dem Unterbreizbacher Fabrikgelände nahm K+S bisher fünf Millionen Euro in die Hand. Dafür entstand das stählerne Skelett der Anlage. Achthundert Tonnen Stahl wurden hier verbaut. Nun wird mit dem Innenausbau begonnen. „Sämtliche Bau- und Montagearbeiten finden unter laufender Produktion statt“, sagte Projektleiter Jörg Sieling. Für die Maschinentechnik und die elektrotechnische Ausrüstung sollen insgesamt 22 Millionen Euro ausgegeben werden.

Im August kommenden Jahres beginnt aller Voraussicht nach der Probelauf für das Projekt, erklärte der Leiter Großprojekte bei K+S, Gerd Hofmann. „Zum Ende des Jahres 2013 werden die neuen Anlageteile CE-zertifiziert sein und dem Betreiber in dessen Gewahrsam übergeben.“

Abwasser verwerten

Die Anlage zur Kalten Vorzersetzung, verbunden mit der derzeit laufenden Vergleichmäßigung der Carnallitführung bei der Rohsalzgewinnung und Abbauführung, werde dazu führen, dass im Kaliwerk Unterbreizbach abwasserneutral produziert werden könne. Ziel sei es, die hier entstehenden Prozessabwässer vollständig zu verwerten, damit eine direkte Einleitung in den Fluss oder die Versenkung dieser Wässer entfallen kann, hieß es.

„Die hohe Summe, die in die KVZ investiert wird, macht klar, dass das Unternehmen zum Standort Unterbreizbach steht und auch in Zukunft hier präsent sei und produzieren will“, freute sich Betriebsrat Rüdiger Kinietz während des Richtfestes. „Das ist ein wichtiges Signal für die rund neunhundert Mitarbeiter am Standort Unterbreizbach und für deren Familien ebenso wie für die Menschen im Umfeld und die Politik. “ Nun erwarte man von den Politikern, dass sie dieses Projekt als Investition in die Zukunft auch anerkennen. Die Kritiker von K+S sollten „das Machbare diskutieren, statt Kali und Salz nur frontal und pauschal anzugreifen“ und der Bevölkerung sei gesagt, dass sie nicht alles hinnehmen sollen, was in der öffentlichen Debatte zum Thema Umweltbeeinträchtigung gesagt werde. Die Leute sollten diesbezüglich „nicht den falschen Propheten hinterherlaufen,“ so Kinietz.

Bergbau funktioniere nirgends ohne Umweltbeeinträchtigungen, betonte auch der Vizelandrat des Wartburgkreises, Friedrich Krauser. Die Kaligewinnung an Ulster und Werra bedeute nicht nur Lohn und Brot für die Beschäftigten, sondern auch Wohlstand für die ganze Region.

Von Thomas Klemm

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