Emotionsgeladene Bürgerversammlung in der Wippershainer Sporthalle

Gegenwind für die Windkraft

Wippershain. In den Teilregionalplan Windenergie Nordhessen ist auch eine 56 Hektar große Fläche in dem Waldstück zwischen Wippershain und Dinkelrode als möglicher Standort für Windkraftanlagen aufgenommen worden.

Dort sei es nach dem aktuellen Stand der Dinge möglich, irgendwann einmal Windräder aufzustellen. Das erklärte Kersten Eidam vom Forstamt Bad Hersfeld in seiner Funktion als Landesbediensteter am Dienstagabend während einer Bürgerversammlung in der Wippershainer Sporthalle. Doch zuvor müsste erst einmal der Regionalplan verabschiedet werden. Dessen zweite Offenlegung ist für das zweite Quartel 2014 geplant.

Die Bedenken äußern

Dann dürfen alle Träger öffentlicher Belange noch einmal ihre Bedenken formulieren. Und auch Bedenken gegen Windkraftanlagen im sogenannten Suchgebiet HEF_039 zwischen Wippershain und Dinkelrode anmelden. Und davon gibt es wohl einige. Das wurde während der Versammlung mehr als deutlich.

Mehr oder minder lautstark machten einige Bewohner aus Wippershains und Dinkelrode deutlich, was sie von Windkraft in den Wäldern vor ihrer Haustüre halten: nämlich nichts. So fand es Wippershains Ortsvorsteher Erich Hartwig traurig, dass es Hessen Forst überhaupt nötig habe, Wald zu verkaufen. Zudem merkte Hartwig an, dass im ausgewiesenen Waldstück der Rotmilan beheimatet sei. Und im Umkreis von einem Kilometer um den Horst eines Rotmilans herum, darf kein Windrad aufgestellt werden. Das bestätigte auch Kersten und merkte an, dass er bei der ersten Offenlegung bereits auf einen Rotmilan-Horst hingewiesen habe, der jedoch außerhalb der 1000-Meter-Zone im Wüstfelder Steingraben zuhause sei. Jedoch sollten die Bürger auch weiterhin ihre Augen und Ohren offenhalten. So sei bereits die Wippershainer Höhe als Standort für Windenergie aufgegeben worden, weil auf dem dortigen Funkmast ein seltener Wanderfalke beheimatet sei.

Und im Hüttenbachtal, dort wo nach dem aktuellen Stand der Dinge heute noch die Gewinnung von Strom durch Windkraft möglich wäre, finde der Schwarzstorch seine Nahrung. „Auf einer extra dafür angelegten feuchten Fläche“, wusste der Wippershainer Lothar Rehmet zu berichten.

Kämpferisch

All diese Erkenntnisse werden viele Wippershainer und Dinkelröder jetzt wohl in die Waagschale werfen, wenn es darum geht, die Windkraft vor der eigenen Haustüre zu verhindern.

Von Mario Reymond

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