Keramiken, Bronzen und Schmuckobjekte

Galerie auf Zeit bei Brüggemanns

Kleinskulpturen nennt Britta Bode ihre Schmuckstücke. Fotos: Zacharias

Wippershain. Alle fünf Jahre etwa räumt das Künstlerehepaar Antje und Volker Brüggemann in Wippershain seine Ateliers aus, um eine Ausstellung der aktuellen Arbeiten zu gestalten. In diesem Jahr haben sich die Brüggemanns zudem noch die Diplom-Designerin und Goldschmiedin Britta Bode eingeladen.

Die macht nicht nur einfach interessanten Schmuck mit ungewöhnlichen Materialkombinationen, sie nennt ihre Arbeiten Kleinsskulpturen. Da gibt es zum Beispiel Kieselsteine, die Britta Bode liebt, weil sie über Millionen Jahre von Meer, Sand und Wind glatt geschliffen worden sind, in Fassungen aus Edelmetall. Was leuchtet, wie Edelstein, ist tatsächlich Acrylglas. Ebenholz und Amaranth-Holz ergeben zusammen mit Silber, Gold, Bronze oder Kupfer sehenswerte Kombinationen, die das genaue Betrachten und auch Anfassen lohnen.

Handwerklicher Prozess

Bronze ist auch das Material, mit dem Volker Brüggemann am liebsten arbeitet. Seine Modelle erarbeitet er in Ton, aber er schätzt besonders den handwerklichen Prozess, wenn aus dem Tonmodell eine Bronzeskulptur wird. Dass der Bronzeguss nicht ohne Gefahren ist, macht einen zusätzlichen Reiz für Brüggemann aus, der beim Gießen immer mit seinem Künstlerkollegen Otto Fischer zusammenarbeitet. „Es macht so einen Riesenspaß, dass ich nicht darauf verzichten kann, es selbst zu machen“, sagt Brüggemann, hinterher sei man mitunter froh, heil und gesund davongekommen zu sein.

An den selbst gegossenen Skulpturen mag Brüggemann zudem die eigenwilligen Färbungen und die Patina, die er ihnen verleihen kann.

In seinem Atelier ist die Entwicklung seiner künstlerischen Arbeit aus den vergangenen Jahren gut nachzuvollziehen. Von den Engelfiguren geht es zu Stufenskulpturen, einige mit Engeln, hin zu afrikanischen Schutzgöttern.

Optische Täuschungen

Die Keramikerin Antje Brüggemann hat dagegen die optischen Täuschungen wieder aufgenommen, mit denen sie schon früher gearbeitet hat. Was aussieht, wie ein Würfel, ist tatsächlich nur eine sechseckige Tonscheibe und die Vasen, die den Eindruck vermitteln, eckige Auswüchse zu haben, sind tatsächlich glatt.

Die spannenden Effekte erreicht Antje Brüggemann mit verschiedenfarbigen Massen und Glasuren, die sie mit großer Kunstfertigkeit mischt und aufträgt. Neben den Erdtönen, die schöne Kontraste mit Schwarz bilden, verwendet sie zurzeit auch viel Blau bei ihren Arbeiten.

Die Ausstellung bei Brüggemanns war am vergangenen Wochenende zu sehen. Die Arbeiten des Künstlerehepaares können aber noch ein paar Tage betrachtet werden – nach Terminvereinbarung. (zac)

Von Christine Zacharias

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