108.000 Euro Fördergeld

Ohne Barrieren ins Museum: Ausstellung im Schloss Friedewald soll umgestaltet werden

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Soll bald barrierefrei erreichbar sein: Einen Förderbescheid für den Umbau des Heimatmuseums übergab Landrat Dr. Michael Koch im Beisein weiterer Projektbeteiligter an Bürgermeister Dirk Noll. In das Erdgeschoss des Museumsflügels soll im kommenden Jahr auch die Gemeindevertretung einziehen.

Friedewald. Seit dem Jahr 1968 gibt das Heimatmuseum im Schloss von Friedewald Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt vergangener Jahrhunderte.

Jetzt stehen der Ausstellung, deren Träger der örtliche Heimatverein ist, umfangreiche Veränderungen bevor. Der barrierefreie Um- und Ausbau des Museums wird aus dem hessichen Dorf- und Regionalentwicklungsprogramm Leader mit 108.000 Euro gefördert. Einen entsprechenden Bewilligungsbescheid übergab Landrat Dr. Michael Koch am Mittwoch an Bürgermeister Dirk Noll. Die Umgestaltung geht einher mit dem geplanten Umzug der Gemeindeverwaltung. Sie soll aus dem weder in Sachen Barrierefreiheit noch bei Fluchtwegen den heutigen Anforderungen entsprechenden Bürgermeisteramt in das Erdgeschoss des Museumsflügels verlagert werden. Der gehört bislang dem Land Hessen, könnte aber per Erbbaurecht an die Gemeinde übertragen werden. 

Ein Ersatzquartier für ihre bislang dort untergebrachten Räume bekommen Heimatverein und Folkloregruppe im ehemaligen Kindergarten. Durch den Umbau nach den Plänen des Neuensteiner Architekten Albert Hess sollen zugleich Synergieeffekte für das Museum entstehen. So ist im Erdgeschoss ein gemeinsamer Eingangs- und Foyerbereich mit angeschlossenem Bürgerbüro und Touristeninformation geplant. Dadurch können nicht nur die Museums-Öffnungszeiten ausgeweitet, sondern auch Toiletten und Teeküche gemeinsam genutzt werden. Mit einen Fahrstuhl wird künftig sowohl das Museum, als auch der gemeinsame Multifunktionsraum barrierefrei erreichbar sein, zu welchem der bisherige Bereich für Sonderausstellungen umgestaltet wird. Das bislang nicht beheizte Museum kann nach dem Umbau auch ganzjährig öffnen.

Kali-Abteilung zieht um

Auch konzeptionell soll die Schau, die seit fast 30 Jahren nicht wesentlich verändert wurde, eine Neuausrichtung erfahren. Ein Großteil der bisherigen Bergbauausstellung werde beispielsweise an das Heringer Kalimuseum abgegeben, erklärt Birgit Licht, Vorstandsmitglied des Heimatvereins. Ebenso solle ein Teil der landwirtschaftlichen Exponate in die Remise ausgelagert werden. Am weiteren museumspädagogischen Konzept werde noch gearbeitet und geprüft, welche der zu kompletten Zimmern und Werkstätten arrangierten, raumhohen Vitrinen geöffnet werden können.

Insgesamt investiert die Gemeinde rund 750 000 Euro in die Umgestaltung des Schlossflügels, auf den gemeinsam genutzten und damit förderfähigen Bereich entfallen 180 000 Euro.

Kurzfristig möglich geworden sei die finanzielle Unterstützung des Vorhabens durch eine Umschichtung von Mitteln aus der Leader-Region Rhön, erläuterte der Vorsitzende des Leader-Beirats, Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann.

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