Kaliwerk Werra: Zusammenarbeit von Hilfskräften über und unter Tage im Blick

Fortbildung für die Retter

Zusammen: Die normalerweise über Tage eingesetzten Rettungskräfte erhielten einen Einblick in die Welt des unterirdischen Kalibergbaus. Das Ziel dieser Veranstaltung war die bessere Verzahnung von gemeinsamen Rettungseinsätzen bei Grubenunglücken oder -unfällen. Foto: nh

Herfa. Bei einem Notfall in der Grube muss die Zusammenarbeit zwischen internen und externen Rettungskräften über und unter Tage perfekt funktionieren. Dafür ist es notwendig, dass auch das externe ärztliche und rettungsdienstliche Personal die Gegebenheiten unter Tage und die Rettungskette in der Grube des Kaliwerkes Werra kennt.

Aus diesem Grund fand jetzt nach 2008 zum zweiten Mal eine Fortbildung für die beiden Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) des Landkreises Hersfeld-Rotenburg sowie der beiden Kliniken in Bad Hersfeld und Rotenburg statt. Veranstalter war das Werk Werra, das auf die Schachtanlage Herfa-Neurode geladen hatte.

Initiiert wurde die Fortbildung von Dieter Wendrich, Leiter Grubenrettungswesen und Brandschutz Grube Hattorf-Wintershall, und Werkssanitäter Herbert Hildebrand zusammen mit dem ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Bardo Kurten. „Mit den Veranstaltungen wollen wir den externen Rettungskräften verdeutlichen, was sie bei untertägigen Einsätzen zu erwarten haben, wenn wir sie per Notruf anfordern“, so Wendrich.

Es gelte, die besonderen Bedingungen der Grube klarzumachen und Fragen zu klären, um so jederzeit für den Notfall gerüstet zu sein. „Natürlich arbeiten wir daran, dass nichts passiert. Wenn aber doch etwas eintritt, könnte so die Arbeit zwischen den externen Rettungskräften und erfahrenen und ortskundigen K+S-Mitarbeitern wie bei einem Zahnrad ineinander greifen“, ergänzt Herbert Hildebrand. Notfälle könnten unter anderem durch Fahrzeugunfälle, technische Defekte an Großmaschinen und Anlagen oder auch durch unvorhersehbare CO2-Ereignisse entstehen.

60 Teilnehmer

An vier Samstagen nahmen jetzt insgesamt etwa 60 ärztliche und rettungsdienstliche Mitarbeiter an der Informationsveranstaltung mit Grubenbefahrung teil. Eine Fortbildungsbescheinigung gab es ebenfalls.

Der untertägige Grubenwehrstützpunkt, die vorgehaltenen Rettungsfahrzeuge (RTW), die Werkstatt und das Abbaurevier mit den im Rohsalzabbau eingesetzten Arbeitsfahrzeugen waren Stationen der Befahrung. Die Teilnehmer wurden über die unter Tage vorgehaltenen Erste-Hilfe-Materialien sowie die für eine Durchfahrtshöhe von 1, 80 Meter angepassten Rettungsfahrzeuge und über die Einsatzmöglichkeiten der Grubenwehr informiert.

„Das war eine sehr informative Veranstaltung“, stellte Maik Miltenberger fest. Besonders beeindruckt war Miltenberger, der als Disponent in der Leitstelle des Landkreises Hersfeld-Rotenburg tätig ist, davon, wie lange die Fahrtzeit unter Tage ist. Die Grube Hattorf-Wintershall hat die Ausmaße der Stadt Kassel mit Vororten. Die gesamte Grube des Werkes Werra entspricht der Stadt München mit Vororten. (red/rey)

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